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Gemeinde bleibt bei Südtrasse 

Bund Naturschutz lehnt Mammendorfer Umgehung ab

Die Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel, die B 2 zu verlegen, ist einen Schritt weiter. Der Gemeinderat hat die eingegangenen Stellungnahmen behandelt und mit großer Mehrheit die Abwägung gebilligt. 

Mammendorf – Wann die Umgehung gebaut wird, ist nach wie vor unklar. Bürgermeister Josef Heckl (BGM) betonte, dass die Gemeinde nicht der Bauherr sei, sondern lediglich ihre Planungshoheit nutze, um die von ihr favorisierte Südtrasse freizuhalten.

Elf Träger öffentlicher Belange hatten Einwände gegen die Planung. Dazu kamen Schreiben von drei Bürgern (siehe Kasten). Großen Raum nahm die Stellungnahme des Bund Naturschutz ein: Der Verband lehnt die Umgehung ab und votiert für die Beibehaltung der jetzigen Ortsdurchfahrt – mit verkehrsberuhigenden Elementen, der Förderung des ÖPNV und mehr Radverkehr. Doch die Gemeinde hält an ihrer Planung fest. Heckl sagte, alle Maßnahmen, den Autoverkehr zu reduzieren, würde nicht dazu führen, dass keine neuen Straßen mehr gebaut werden müssen. Einbauten in der Ortsdurchfahrt würden alles nur schlimmer machen.

Auch die Regierung von Oberbayern hatte einen Einwand zum Naturschutz. Die Südtrasse quert westlich von Mammendorf zwei Schwerpunktgebiete des regionalen Biotopverbundes, der geschützt werden müsse. Die Lebensräume dürften nicht voneinander abgeschnitten werden. Der Planer der Gemeinde sieht daher Querungshilfen vor. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit nahm der Gemeinderat Abstand davon, Grünbrücken oder eine Aufständerung der Trasse in Betracht zu ziehen.

Der Bauernverband kritisierte den enormen Flächenverbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche. Bei der Nordvariante wäre der Verbrauch noch größer, die Belastung für betroffene Landwirte noch höher, argumentierte der Gemeinderat. Zudem habe der Verband falsche Zahlen: Die Südtrasse bedeute einen Verbrauch von zehn Hektar (und nicht 35 Hektar).(dm)

Weitere Einwände

Gegen die Südtrasse hatten Josef Drexl, Michael Sgoff sowie Alfred und Steffi Tobisch-Haupt Einwände vorgebracht. Drexl ist der Ansicht, die Trasse durch sein Grundstück würde seiner Landwirtschaft weitere Betriebsentwicklungen verbauen. Er regte an, die Trasse westlich von Peretshofen verlaufen zu lassen (in einem Bogen um seine Flächen). Doch diese Variante war vom Gemeinderat aufgrund der schlechteren Verkehrsanbindung verworfen worden. Der Gemeinderat betonte, Drexl könne seinen Betrieb trotz Südtrasse erweitern. 

Auch sein Grundstück werde durchschnitten, so Sgoff. Er schlägt eine geradere Trasse vor oder alternativ einen Grundstückstausch. Bei der Verlegung der B 2 müssten zwangsläufig Teilbereiche privater Grundstücke in Anspruch genommen werden, so die Stellungnahme der Gemeinde dazu. Grundstücksverhandlungen seien aber mit dem Bauherrn zu führen, also dem Bund. Die Einbeziehung der Bürger bei dieser großen Baumaßnahme spiele nur eine untergeordnete Rolle, wirft das Ehepaar Alfred und Steffi Tobisch-Haupt der Gemeinde vor. 

Durch eine Südumfahrung würde die Bahnhofstraße nicht entlastet werden. Ihrer Meinung nach würde sich eine Nordumfahrung geradezu aufdrängen. Zu guter Letzt beantragt das Ehepaar, die Bebauungspläne für Nannhofen offen zu legen.

 Einen Monat lag die Planung mit der Südvariante zur Einsicht öffentlich aus, weist die Gemeinde den Vorwurf zurück, die Bürger nicht eingebunden zu haben. Zudem habe eine Sonderbürgerversammlung stattgefunden. Die Festlegung auf die Südvariante sei begründet: mit Gutachten. Zur Bahnhofstraße führt die Gemeinde an, dass die Anbindung der Aicher Straße an die Umfahrung auch zu einer Entlastung der Bahnhofstraße führen werde. Für den Bereich Nannhofen existieren keine Bebauungspläne. (dm)

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