Mit Angel und Kescher: Hans Bonner vor der Fischerhütte am Mammendorfer See. Es war ein langer Weg, bis diese gebaut werden konnte. 	Fotos: pw/ Privat (4)
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Mit Angel und Kescher: Hans Bonner vor der Fischerhütte am Mammendorfer See. Es war ein langer Weg, bis diese gebaut werden konnte.

Mensch der Tat

Er gab dem Fischereiverein ein Zuhause

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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Ob der Bau der Fischerhütte, die Pflege der Gewässer oder das Einrichten einer Geschäftsstelle: Hans Bonner, Vorsitzender des Fischereivereins westlicher Landkreis Fürstenfeldbruck, nimmt die Dinge in die Hand. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Fischer einen Lagerraum – und auch ein Zuhause gefunden haben. Er ist der Mensch der Tat im März.

Mammendorf – Ein Boot, Biertischgarnituren, ein großes Zelt, Grillutensilien, ein Rasenmäher, eine Säge, ein Fremdstromgenerator und vieles mehr: Die Habseligkeiten des Fischereivereins waren jahrelang über ganz Mammendorf verteilt – in zwei Containern am Wertstoffhof, einer Garage am Freibad und in Kellern von Mitgliedern. „Der Verein hatte keine Möglichkeit, seine Sachen alle zusammen zu lagern“, erinnert sich Vorsitzender Hans Bonner.

Das änderte sich erst 2015 mit dem Bau einer Hütte am Mammendorfer See. Doch bis die Baugrube ausgehoben werden konnte, mussten viele bürokratische Hindernisse überwunden werden. „Es hat Jahre gedauert, bis die Hütte genehmigt war“, sagt der 68-Jährige.

Seit seiner Kindheit ist Hans Bonner ein begeisterter Fischer. „Wenn du morgens in der Früh um 5 Uhr am See sitzt mit deiner Angel und deinem Kaffee, und dann die Natur langsam erwacht, ist das einfach toll“, schwärmt er. „Und wenn dann noch einer an der Angel ist...“

Dem Fischereiverein beigetreten ist der Mammendorfer, der seit vergangenem Jahr Ehrenmitglied ist, im Jahr 1985. Seit 2006 ist er im Vorstand – obwohl er eigentlich anderes im Sinn hatte. „Ich wollte meinen Ruhestand genießen“, so der ehemalige Berufssoldat. Doch der Verein sei damals ohne Vorsitzenden gewesen, und man habe ihn gefragt. „Ich sagte, Beisitzer sei ok. Nach der Jahreshauptversammlung war ich der Vize“, erzählt Bonner und lacht. 2009 übernahm er dann den Posten als Vorsitzender.

„Nach und nach ist die Idee gereift, eine Hütte zu bauen“, erinnert sich der 68-Jährige. Gemeinsam mit Schriftführer und Bauingenieur Helmut Waldsinger wurde die Planung gemacht. Bonners Schwiegersohn fertigte die Pläne. „Es war Teamwork“, so Bonner. Der Standort war schnell klar: Direkt am See sollte die Hütte sein. „Doch ein Bau dort sei nicht möglich, weil es im Außenbereich sei, hieß es damals“, berichtet der Vorsitzende.

Nach jahrelangem Hin und Her mit den Behörden konnte das Vorhaben dann aber doch realisiert werden – in viel Eigenleistung sowie durch viele Spenden und einem Zuschuss der Gemeinde. „Ich hatte oft keine Lust mehr, aber aufgeben wollte ich nicht“, erzählt Bonner, der nach dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ lebt.

Die Hütte ist nicht das Einzige, das der 68-Jährige aufgebaut hat. Er hat auch die Geschäftsstelle in einem Büro am Sportplatz mit eingerichtet. Von dort aus führt er den Verein „wie ein kleines Unternehmen“, wie er sagt. Jeden Montag ist er dort anzutreffen – zwei Stunden lang. Er erledigt die Büroarbeiten, kümmert sich um Beschwerden und um die Pachtverträge für die Gewässer.

Bei deren Pflege ist er natürlich ebenfalls im Einsatz. So muss das Ufer freigeschnitten und Unrat entfernt werden. Die Wege um die Gewässer müssen gepflegt, die Hütte gewartet werden. Zudem werden manchmal Bäume und Sträucher gepflanzt. Und um die Fische wird sich auch gekümmert: „Wir haben auch ein Hilfsprogramm, setzen heimische Arten wieder ein, die weg waren“, erklärt Bonner. Und auch um die Jugend kümmert sich der Fischereiverein intensiv. „Es ist immer sehr viel zu tun.“

Gefragt nach seiner Motivation, antwortet Bonner: „Ich habe das angefangen und gesehen, dass es wächst.“ Der Verein sei wie eine große Familie. „Das Gesamtpaket macht es aus“, sagt er und lacht.

Über die Auszeichnung „Mensch der Tat“ freut sich der Mammendorfer sehr. „Es tut gut, wenn auch mal ein Schulterklopfer kommt.“ Von den 500 Euro Preisgeld, will er – sobald es wieder möglich ist – ein Grillfest für die Mitglieder ausrichten – und sich vielleicht „eine schöne, neue Angel“ kaufen. Sein Amt als Vereinsvorsitzender möchte Bonner langsam abgeben. Dann hat er vielleicht auch mal wieder Zeit zum Fischen. Das sei die letzten Jahre viel zu kurz gekommen – kein Wunder, bei all den Sachen, die er vorangebracht hat.

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