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Was für ein „kuhler“ Auftritt: Die Steinbacher Landjugend derbleckte den Streit ums Kuhglockengeläut.

Bilder und Impressionen

Faschingszug in Mammendorf: Ein Dorf voller Narren

Die Sonne lockte tausende Besucher zum Mammendorfer Faschingszug. Zu sehen gab es Motivwagen und Fußgruppen, die vor allem die Berliner Politik aufs Korn nahmen – mit einer Ausnahme.

Mammendorf– Tausende Menschen huldigten gestern Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein, aber Temperaturen um den Gefrierpunkt, dem bunten Faschingstreiben. Dichtgedrängt säumten sie die Augsburger Straße, um den „Gaudiwurm“ mit seinen 18 Wagen und acht Gruppen zu bestaunen. Anschließend ging vor dem Bürgerhaus bei der Aftershowparty bis 21.30 Uhr die Post ab. Wieder einmal erwies sich der Faschingszug als der Magnet des westlichen Landkreises, ähnlich dem in Olching im östlichen Teil.

Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Faschingsnarren herbei, sodass die Besucherzahl gegenüber dem vergangenen Jahr, als leichter Nieselregen viele abhielt, von 5000 bei Weitem überschritten wurde. Und was den Moorenweiser Besuchern beim Umzug wegen des Ausfalls der Zugmaschine nach wenigen hundert Metern versagt blieb (wir berichteten), konnten die Besucher jetzt bestaunen: den Wagen der Luttenwanger Landjugend, die Tigerente nach dem Vorbild von Janosch. Und wie in Gernlinden verschonte auch der Mammendorfer Faschingszug die Lokalpolitik. Bis auf einen Motivwagen, der sich über die Entscheidung von Bürgermeister Heckls Räum- und Spritzdeckendienst lustig machte, setzten sich die Wagen schwerpunktmäßig mit der Bundeshauptstadt Berlin sowie der chaotischen Bundespolitik auseinander.

Faschingszug in Mammendorf: Die besten Bilder

So versetzte ein riesiges U-Boot des FC Bayern-Stüberls aus Hattenhofen die Menschen in Erstaunen. „Wir sind mit dem U-Boot auf der Suche nach der abgesoffenen Jamaika-Koalition unterwegs“, erklärte Chef Christian Ettenberger, wobei er eingestand, die Idee, das U-Boot zu bauen, war zuerst da. „Dann kam uns das politische Desaster in Berlin gerade recht.“ Wie „Koalieren“ funktioniert, das machte die Landjugend aus Puch und Biburg den Parteien in Berlin vor. Ihr gemeinsamer Motivwagen als Koalitionscamp („Ich bin ein Politiker – holt mich hier heraus“) lehnte sich an das Dschungelcamp an. „Wir haben es der großen Politik gezeigt“, meinte Korbinian Grimm, erster Vorstand der Pucher Landjugend dazu. Auch der Burschenverein Jesenwang nahm Berlin ins Visier und zwar die ewige Flugplatz-Baustelle. „Da ist ja bei uns auf dem Flugplatz Jesenwang seit Jahren mehr Flugbetrieb“, so der erste Vorstand Tobias Burkhardt. Die Landsberieder Landjugend machte sich derweil über die Pleite von Air-Berlin lustig, während die Landjugend aus Steinbach das Kuhglockenläuten-Verbot thematisierte. „Wir haben die Gefängnisausbrüche in Berlin aufs Korn genommen“, erklärte Josef Mayer,Chef der Mammendorfer Burschen. „Wegen guter Führung habe ich mich selbst entlassen, die Bevölkerung kann dies kaum fassen“, prangte am riesigen Gefängniswagen, in dem es allerdings recht zünftig zuging und den allem Anschein nach niemand freiwillig verlassen wollte.

Zum zweiten Mal wurde der Zug von Mitarbeitern eines Securitydienstes begleitet, der auch darauf achtete, dass die Musik nicht zu laut aufgedreht und kein Schnaps getrunken wurde. „Natürlich gibt es keinen absoluten Schutz. Es kann immer etwas passieren. Aber zum Glück sind wir von einem Unfall verschont geblieben“, so Kulturreferent Anton Fasching.

Die Prämierung

Die in auswärtige und einheimische Motivwagen unterteilte Prämierung ergab folgendes Ergebnis: Den ersten Platz bei den Ortsansässigen belegte der Wagen der FFW Mammendorf, den zweiten Platz der KBV Mammendorf, der dritte Platz wurde nicht vergeben. Die Platzierung bei den Auswärtigen: Erster Platz KBV Moorenweis, zweiter Platz Bayernstüberl Hattenhofen, dritter Platz Oberländer Hüttn – Käpt’n Blaubär. Bei den Fußgruppen wurde nicht unterschieden zwischen auswärtigen und einheimischen Gruppen. Erster Platz: SVM-Basketballabteilung – Zone 30. Zweiter Platz: TuS FFB – traditionell urbayerischer Schnaps- und Schnupfverein. Dritter Platz: Alsinapade – Mammendorf. Der jeweils Erste erhielt einen Wanderpokal und eine Flasche Sekt.

Dieter Metzler

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