Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf

Führt Großbauprojekt zu Park-Chaos?

Das Bürogebäude der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf wird erweitert. Weil außerdem eine Tiefgarage entsteht, geht es rund ums Rathaus sehr eng zu. Deshalb wird ein Park-Chaos in den nächsten zwei Jahren erwartet.

Mammendorf – Ein Großteil der vorhandenen Parkplätze steht den Mitarbeitern während der Bauphase nicht zur Verfügung. Parken entlang der Klosterstraße ist nicht mehr möglich – und hinter der Grundschule fallen die Parkplätze ebenfalls weg. Die Baufahrzeuge benötigen den Platz zum Wenden und Abstellen ihrer Fahrzeuge, sagte Bürgermeister Josef Heckl (BGM) im Gemeinderat.

Vorgesehen ist, dass die Zufahrt für die Baufahrzeuge über die Thererstraße erfolgt. Für die erforderliche Wasserhaltung in direkter Nähe der Baustelle wird auch noch ein zehn mal 20 Meter großes Sickerbecken für etwa drei Monate benötigt, was die Parksituation zusätzlich verschärft. Erst wenn das Becken nicht mehr gebraucht wird, könnten auf dem Areal Ausweichparkplätze entstehen.

Die VG-Mitarbeiter sind jedenfalls alarmiert. Sie hatten in einer Personalversammlung um Ersatz-Parkplätze gebeten. Das wurde nun im Gemeinderat diskutiert.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass momentan nur eine Firma da ist. Bald werden es fünf oder sechs Firmen sein“, erklärte Heckl. Er erachte es nicht für sinnvoll, dass die Klosterwiese während der Bauphase von Kindern zum Spielen genutzt werde.

„Ich halte das für absoluten Luxus, für drei Monate extra Parkplätze zu schaffen“, warf Altbürgermeister Johann Thurner (BGM) ein. Für eineinhalb Jahre, stellte Heckl richtig. „Wenn in eineinhalb Jahren die Tiefgarage nicht fertig ist, dann hat der Architekt seinen Job verfehlt“, ließ sich Thurner nicht umstimmen und schlug vor, mit dem Personal zu reden, Fahrgemeinschaften zu bilden. „Oder wir zahlen ihnen MVV-Karten.“ Anfreunden könnte er sich mit dem Gedanken, auf dem Areal des Sickerbeckens später Parkplätze zu schaffen. Aber im nördlichen Bereich der Klosterwiese eigens Stellplätze zu errichten, sei in seinen Augen purer Luxus. Im Übrigen würden die dort stehenden Bäume kaputt gehen.

Zweiter Bürgermeister Peter Muck (CSU) widersprach Thurner. „Für mich ist das kein Luxus, wenn wir für die Angestellten Stellplätze schaffen. Irgendwo müssen sie parken. Rundherum sind die Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Man müsse aber Abstand vom Wurzelwerk der Bäume halten. Wenn man die Hälfte der nördlichen Fläche in Parkplätze umwandle und nach drei Monaten weitere Stellplätze auf dem Sickerbecken-Areal schaffe, sollte das ausreichen. Fahrgemeinschaften zu bilden, das können man sich abschminken, so Muck. „Jeder will seinen Parkplatz haben.“

Einschränkungen für drei Monate hielt Werner Zauser (FW) für zumutbar, für anderthalb Jahre nicht. Er schlug vor, den Radius ums Rathaus größer zu machen. „Und den Leuten fünf Minuten Zeitgutschrift gewähren.“ Das wäre einfacher als Parkplätze auf der Klosterwiese zu errichten.

Umweltreferent Thomas Holzmüller (FW) schlug vor, die Leute sollten aufs Radl umsteigen. „Für drei Monate ist das zumutbar.“ Die Kosten bei der Parkplatzschaffung seien scheinbar völlig uninteressant: „Aber das müssen alles wir bezahlen.“

Am Ende einigte sich der Gemeinderat mit 15:2 Stimmen auf den Bau des Sickerbeckens auf der Wiese zwischen Grundschule und Pestalozzistraße. Geprüft werden soll die Anmietung von Grundstücken für Stellflächen an der Thererstraße, gegenüber des Martin-Luther-Platzes sowie an der Augsburger Straße 15. (Dieter Metzler)

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