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Alle im vollen Saal klatschen den Rednern laut Beifall. 

Landfrauentag

Heimat jenseits des Seppl-Images

Der Landfrauentag stand heuer ganz unter dem Motto Heimat. Auch der Wandel, dem dieser stark strapazierte Begriff seit Jahren unterliegt war das Thema der Referenten. Es sprachen Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler und Andreas Klein von der bäuerlichen Familienberatung.

Mammendorf – „Das aktuelle Thema Heimat passt gut zum heutigen Tag – schließlich feiern wir heuer auch 70 Jahre Landfrauenorganisation und 100 Jahre Freistaat“, betonte Kreisbäuerin Karin Sepp zum Auftakt im Mammendorfer Bürgerhaus. Auch sie habe sich als neue Kreisbäuerin erst einmal in ihre neue Funktion einfinden und lernen müssen, sich darin beheimatet zu fühlen.

„Dank Eurer Unterstützung ist mir das gut gelungen und ich habe wieder einmal gemerkt, dass man allein nichts ist und nichts bewirken kann“, dankte sie den Landfrauen für die Unterstützung. Der Bayerische Bauernverband habe laut Karin Sepp ein offenes Ohr für berechtigte Kritik, denn diese könne Positives auch in den eigenen Reihen bewirken.

Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler analysierte den Begriff Heimat aus juristischer, topographischer und utopischer Sicht. „Heute müssen wir uns mit dem Begriff Heimat sehr kritisch auseinandersetzen, auch um nicht auf ein ‚Seppl-Image’ reduziert zu werden.“ Heimat müsse als Wert bewusst gelebt werden.

Andreas Klein ging auf den Heimatbegriff innerhalb der bäuerlichen Familien ein. Letztlich könne man sich nur da beheimatet fühlen, wo man sich auch generationenübergreifend zuhause fühlen kann, denn: „Neid, Eifersucht oder ewiges Jammern führt weg vom Heimatbegriff, Heimat ist da wo man willkommen ist, Vertrauen erfährt, Danke sagen kann und Respekt erfährt.“

Georg Huber, der letztes Jahr zum Kreisobmann gewählt wurde, nutzte den Landfrauentag in gewohnt offener Art und rückte die Belange der Bauern und Verbraucher ins Gleichgewicht: „Unser Beruf hat zwar einen hohen Stellenwert, ist aber so umstritten wie nie“, sagte er. Viele Menschen hätten Angst, weil sie keine Ahnung von den Abläufen in der Landwirtschaft hätten. Und natürlich gebe es auch innerhalb der Bauernschaft zahlreiche Baustellen, nicht alles laufe perfekt. Ob Glyphosat, Gülleverordnung, Flächenverbrauch oder Viehhaltung: „Wir müssen den Menschen Rede und Antwort stehen und lernen, Kritikpunkte offen anzusprechen, sonst laufen wir gegen die Wand“, mahnte Huber.Angi Kiener

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