Für ihre Auftritte müssen die Trachtler fleißig proben. Doch vor allem die Stunden für die Kinder fallen immer wieder aus, weil der Wirt den Raum braucht. 

D’Moasawinkler

Heimatverein auf Heimatsuche

Ihr Heimat- und Trachtenverein dürfte einer der jüngsten in ganz Bayerns sein: „D‘Moasawinkler“. Am 26. Mai feiern sie ihr zehnjähriges Bestehen im Volksfestzelt. Was den Trachtlern noch fehlt, ist allerdings eine echte Bleibe in der Gemeinde.

Mammendorf„Im Prinzip fehlt uns eine Heimat“, sagt der Vorsitzende des 280 Mitglieder starken Vereins, Sepp Eberle. „Eigentlich sollten die Mitglieder wissen, wo sie hingehören. Und das wissen wir nicht.“ Das Hauptproblem: Dem Verein fehlt ein Übungsraum. Für die Tanzproben haben die Moasawinkler im Heim des Schützenvereins Unterschlupf gefunden, der im Untergeschoss des Bürgerhauses beheimatet ist.

Dort üben die Kinder und Jugendlichen jeweils samstags und die Erwachsenen montags. Und damit fangen die Schwierigkeiten für den Trachtenverein an. Denn vor allem an den Samstagen fallen regelmäßig Übungsstunden aus. Eberle will keinen Ärger provozieren. „Schuld hat da keiner.“ Letztlich verursache der Erfolg des Bürgerhauses das Problem. Zu häufig werden die Räumlichkeiten im Kellergeschoss nämlich vom Schützenverein an den Wirt vermietet. Der benötigt sie bei Veranstaltungen, wie zum Beispiel zum Brautverziehen bei Hochzeiten oder für Geburtstage.

Und montags, wenn die Erwachsenen üben, hat das Bürgerhaus Ruhetag. Bereits 2015 habe der Verein einen Antrag an die Gemeinde gestellt, informierte Eberle. Im vergangenen Jahr habe er nochmals eine Erinnerung verfasst. Bei der Hauptversammlung der Moasawinkler am dritten März kam das Thema erneut zur Sprache, als Bürgermeister Josef Heckl (BGM) anwesend war. „Der Verein braucht eine baldige Lösung“, fordert Eberle, vor allem wegen der Kinderprobentermine.

35 bis 40 Buben und Mädchen zählen zum Trachtenverein. Eine Übungsmöglichkeit in der alten Schule, in der zwei Klassenräume und die Bücherei untergebracht sind, wäre nach Ansicht von Eberle eine Lösung. Vielleicht käme auch eine Unterbringung im neuen Gebäude am Sportplatz oder im Gymnastikraum der in Planung befindlichen neuen Sporthalle in Frage.

Bürgermeister Heckl signalisierte dem Verein unlängst bei der Versammlung Unterstützung. „Herr Eberle weiß aber auch, dass es keine schnelle Lösung geben kann“, meinte Heckl. „Aber er braucht nicht zu befürchten, dass die Angelegenheit untergeht.“ Das Problem sei in den Ausschüssen und auf Klausurtagungen angesprochen worden. Alle Alternativvorschläge ließen sich jedoch nicht auf die Schnelle realisieren. So würde Heckl die beiden Grundschulklassen gern freibekommen und in die neue Schule verlegen. Das kollidiere aber mit der Mittagsbetreuung, sodass ein Anbau an die Schule notwendig wäre.

Weitere Optionen wären der alte Kindergarten an der Pestalozzistraße oder der Gymnastikraum, der in der neuen Sporthalle entsteht. Die Vorschläge eignen sich aber mehr zum Übungsraum, weniger zu einer Bleibe für den Verein, also einer Heimat, wie sie sich jeder Verein wünscht. (dm)

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