Fußball

Heuer steigt das 50. Mammendorfer Pfingsturnier

„So wos leiwands gibt’s bei uns ned.“ Bis aus der Weltstadt Wien dringen die Komplimente fürs Pfingstturnier ins kleine Mammendorf. Am kommenden Wochenende wird dort für die kleinen Fußballer aus nah und fern das Großereignis samt Mammut-Zeltlager zum 50. Mal organisiert.

MammendorfRund 1000 Spieler werden auf drei Fußballplätzen wirbeln oder über 100 Mütter und Väter für die Verpflegung sorgen, wenn das Pfingstturnier am kommenden Wochenende sein Jubiläum feiert. Kaum mehr vorstellbar, dass 1968 alles mit acht Mannschaften angefangen hat. „Turniere um solche Feiertage waren sehr beliebt. Und für uns junge Burschen, war das schon was besonderes, mal gegen andere Mannschaften zu spielen“, erinnert sich Robert Zauser an seine Zeit als Spieler.

Wer hat’s erfunden? Der FC Emmering!

Damals habe natürlich keiner geahnt, dass dieses Turnier zu den größten seiner Art in Bayern werden würde – und zudem so legendär, dass sich Mannschaften aus dem Ausland um eine Teilnahme förmlich reißen. Dazu wesentlich beigetragen hat das Zeltlager, das parallel zum Fußball organisiert wird.

Darum verdient gemacht hat sich wiederrum der FC Emmering – 1968 nicht ahnend, dass Zelt und Fußball einmal Kult werden würden. Dabei hatten die Emmeringer ihr Zelt nur deshalb aufgebaut, weil es ihnen zu mühsam war, jeden Tag nach Hause zu fahren. Das brachte den damaligen zweiten SVM-Vorsitzenden Alois Schreiber und den damaligen C-Jugendtrainer Hans Kothmeier auf die Idee ein Pfingstturnier mit Jugendzeltlager auszuschreiben. Die Idee kam an, im Jahr darauf nächtigten bereits 138 Jugendliche in 24 Zelten. Später hat Zauser als Turnierorganisator mit seiner Frau sogar mal Zelte mit 5000 Euro vorfinanziert.

Swingers begleiteten Turnierauslosungen

In jenen Anfangsjahren machte der SV Mammendorf auch die Auslosungen zum Großereignis. „Die fanden ein paar Tage vorher statt, aber die Vereine sind trotzdem gekommen, auch Funktionäre von weither“, so Zauser. Man habe wild gelost, ohne Setzliste. „Da haben sich oft die Stadtclubs aufgeregt, wenn sie gleich am Anfang eine starke Mannschaft bekommen haben.“

Wer meint, nur der DFB könne solche Auslosungen wie beim Pokal zelebrieren, frage in Mammendorf nach. Hans Kothmeier hatte aus den Loszetteln kleine Kunstzettel gemacht und die Auslosung selbst wurde des öfteren von den „Swingers“ musikalisch begleitet. Zauser ist im Rückblick darauf stolz. „Für die Swingers“ waren das bei uns die ersten musikalischen Schritte.“

Gardinen- und andere Predigten

Auch bei den Gottesdiensten, die lange mit zum Turnierprogramm gehörten, spielte die bis 2016 bestehende Showband immer wieder auf. Sie untermalte damit gewissermaßen auch manch kuriose Predigt. Pfarrer Wolfgang Huber und sein Vorgänger Michael Schlosser hätten stets einen guten Draht zur Jugend gehabt, so Zauser. Da sei auch schon mal ein Ball ohne Luft mitgebracht und über den Sinn von Pumpen und entsprechend funktionierenden Geräten gepredigt worden.

Mittlerweile habe das Interesse an den Gottesdiensten aber nachgelassen, stellt Hans Thurner fest, der lange Jahre als Bürgermeister das Pfingstturnier hautnah mitbegleitet hat. Der Zeitgeist vielleicht. „Das war dann eine Sache der Disziplin, wenn mitten in der Feier gekickt wurde“, bedauert der ehemalige Rathaus-Chef.

Das Turnier und die Gemeinde

In seinen 20 Amtsjahren als Mammendorfer Bürgermeister hat Thurner immer wieder festgestellt, dass nicht nur erfolgreiche Sportler oder Teams den guten Ruf einer Kommune in die Welt tragen. „Da sitzt Du auf einer Bürgermeistertagung in München und dann spricht irgendein Amtsleiter an – wie toll das für ihn als Spieler bei dem Pfingsturnier war.“ Da brauche man keine Imagekampagne mehr, so der frühere Bürgermeister.

Auch dessen Sohn Stefan, der als Gesamt-Jugendleiter dafür sorgt , dass der Ruf des SV Mammendorf wie von selbst beim Fußball-Verband oder vielen Vereinen aus dem In- und Ausland ankommt. „Wir werden immer weiter nach außen empfohlen“, hat auch SVM-Fußball-Jugendleiter Bernd Klotz festgestellt. Bis aus Irland kämen Anfragen. Der FC Rüthi aus der Schweiz ist heuer zum zwölften Mal mit von der Partie.

Der Wettergott muss mitspielen

Doch bei allem Aufwand für die Organisation, die ein Turnier mit 83 Mannschaften, 43 Vereinen und 1000 Spielern benötigt – muss beim Pfingstturnier auch das Wetter mitspielen. „Campende Kickerbuben rechnen fest mit Wettergott als zwölftem Mann“, schrieb das Fürstenfeldbrucker Tagblatt 1991.

Jedes Jahr würden im Vorfeld die Wettervorhersagen in die Turniervorbereitungen einbezogen. Doch 1999 half das nichts. Die Spiele fanden zwar trotz Pfingsthochwasser statt. Doch die Zelte mussten evakuiert werden. Die Teilnehmer mussten in den damaligen Jahnstuben und in der Turnhalle untergebracht werden. „Da war alles rappelvoll“, erinnert sich Thurner, Mannschaften aus den umliegenden Gemeinden übernachteten zu Hause. Wer aber wie der SC Unterpfaffenhofen durch die Kreisstadt Fürstenfeldbruck musste, hatte Pech.

Geiselbullach war der erste Sieger

„Wir haben alles geschafft“, ist Fußball-Jugendleiter Klotz stolz auf das Geleistete, auch wenn rein sportlich die Mammendorfer relativ selten in den Siegerlisten zu finden waren. Als erstes dort eingetragen hatten sich 1968 übrigens Geiselbullachs Jungkicker. Wer ihnen heuer folgen wird wird am 3. und 4. Juni (8.30 bis 18.30 Uhr) und am 5. Juni bis zur Siegerehrung um 15.30 Uhr ausgetragen.

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