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Feierten den Landfrauentag (v.l.): Pater Tassilo Lengger, Vize-Kreisbäuerin Margit Schmölzl, Kreisbäuerin Karin Sepp und Prinz Luitpold von Bayern. foto: metzler

Forderung beim Landfrauentag

Landwirtschaft soll wieder selbstbewusster werden

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Die Landwirtschaft soll sich ihre bedeutende Rolle in der Region wieder stärker vor Augen führen. Das forderte Kreisbäuerin Karin Sepp beim diesjährigen Landfrauentag im Mammendorfer Bürgerhaus.

Mammendorf – „Wir in der Landwirtschaft sind die großen Gestalter in unserer Region“, sagte Sepp. „Nur, sind wir uns auch dessen bewusst? Wissen wir, welchen Schatz wir mit unseren Höfen besitzen und welch ein Potential uns der Betrieb bietet?“ Die Kreisbäuerin appellierte zudem an ihre Landfrauen, ihre Kinder in der Landwirtschaft auszubilden und nicht zunächst etwas anderes lernen zu lassen. „Viele, die ich kenne, sind nicht mehr zur Landwirtschaft zurückgekehrt.“

Prinz Luitpold von Bayern erinnerte in seiner Festansprache daran, dass die bayerische Landwirtschaft das Land über Jahrhunderte geprägt habe. Dies gelte es zu erhalten, was immer schwieriger werde. Die Herausforderungen an die Bauern würden immer extremer. Das Problem sieht er darin, dass wertvolle Produkte unter Wert verschleudert werden. Auch werde vom verfügbaren Einkommen zu viel für andere Dinge ausgegeben, so dass fürs Essen nichts mehr übrig bleibe. „Da muss komplett umgedacht werden.“

Eine Chance sieht der Prinz in der regionalen Vermarktung, aber das werde schwer. Man dürfe nicht immer die Bauern angreifen, sondern müsse in der Politik längerfristig großflächiger denken. „Wo wollen wir eigentlich hin, ohne dieses schöne Land zu zerstören, aus einem kurzfristigem Denken heraus?“

Mit „Rettet die Bienen“ seien die Bauern an den Pranger gestellt worden, sagte der stellvertretende Bauernobmann Josef Wörle. „Ab da waren wir für alles die Prügelknaben. Ob Kohlendioxid oder Artensterben, alles ist auf die Landwirtschaft hereingebrochen.“ An der Bio-Politik ließ Wörle kein gutes Haar. Ebenso bemängelte er die fehlende Planungssicherheit in der Viehhaltung.

Zu den Gästen des Landfrauentags zählten neben Landrat Thomas Karmasin zehn Bürgermeister, der Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch und Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf. Auch Vertreter der Bauernverbände aus benachbarten Landkreisen waren gekommen. 

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