Trachtler sind auf der ganzen Welt daheim

Internationale Moasawinkler feiern dahoam

Er ist der jüngste Trachtenverein in ganz Bayern. Nun feiern „D‘Moasawinkler“ ihr zehnjähriges Bestehen. Und zwar beim „Boarischen Abend mit Freunden“.

von alexandra müller

Mammendorf – Vor zehn Jahren hatte Sepp Eberle beschlossen, einen Trachtenverein zu gründen. Damals wie heute ein sehr ungewöhnliches Vorhaben. Denn alteingesessene Vereine mussten und müssen sich wegen Mitgliedermangels auflösen. Doch jetzt weiß der Vorsitzende des Heimat- und Trachtenvereins D‘Moasawinkler: „Es war eine gute Entscheidung.“

14 Männer und sieben Frauen waren bei der Gründung im März 2007 dabei. Mittlerweile sind es über 200 Mitglieder, während die Vereine im Umkreis größte Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis der Mammendorfer? Eberle sieht den Vorteil seines Trachtenclubs in der Breite der Führung. „Wir haben 20 Leute in der Vorstandschaft. Wenn jeder ein Bisserl was macht, ist keiner überfordert“, erklärt er. 

Außerdem ist es besonders wichtig, junge Leute für die bayerischen Traditionen zu begeistern. Bereits seit den Anfängen seien immer 25 bis 33 Kinder bei den Tanzproben, so der Vorsitzende. Heute sind über 40 Buben und Mädchen in der Jugendgruppe aktiv. Viele davon sind Kinder der Gründungsmitglieder. „Wenn ich die Eltern dabei hab, krieg ich meistens auch die Kinder“, lacht der Vereinschef. Und in einer Sache ist er sich ganz sicher: „Wer die Jugend hat, der hat auch die Zukunft.“

Doch um die jüngere Generation bei der Stange zu halten, müsse man sich mit modernen Entwicklungen auseinander setzen. Das klappt in einem Traditionsverein nur mit der richtigen Mischung. „Wir versuchen nicht so alt und verstaubt zu sein. Traditionen können durchaus auch Spaß machen“, betont Eberle. Er sieht seine Trachtler als „Exoten in Bayern“.

Das Exotische war auch Teil der Vereinsausflüge. In der noch kurzen Vereinshistorie können „D‘Moasawinkler“ bereits auf einige unvergessliche Erlebnisse zurückblicken. „Wir waren zu Gast in New York auf der Steubenparade. Und nach Dänemark und Berlin sind wir schon gereist“, erzählt Eberle mit strahlenden Augen. Bei den Trachtenfesten im Landkreis sind seine Aktiven regelmäßig dabei. (amü)

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