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Jetzt wird gestreichelt: Kater Charly.

Er war wie vom Erdboden verschluckt

Kater Charly kehrt nach einem halben Jahr wieder nach Hause zurück

Es war die Zeit, als Tausende nach Mammendorf strömten, um den Kornkreis zu sehen. Damals, im Sommer 2016 verschwand Kater Charly – spurlos. Über ein halbes Jahr war das Tierchen wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt ist er wieder daheim.

Mammendorf – „Wir waren ziemlich aus dem Häuschen. Jetzt sind wir glücklich“, sagt Michaela Nauder (43). Ihr und ihrer Familie gehört der außerirdisch nette, verschmuste und äußerst zutrauliche Kater Charly, der am Abend des 31. Juli das letzte Mal auf dem früher landwirtschaftlich genutzten Nauderhof gesehen worden war.

Jetzt wird gestreichelt: Kater Charly.

Damals wollte er abends unbedingt nochmal raus. Vom Hof aus ist es nicht weit zu dem Feld, auf dem im Sommer 2016 ein Kornkreis für Aufstehen sorgte. Die Besucher erhofften sich spirituelle Erkenntnis oder glaubten, außerirdischem Leben auf der Spur zu sein. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Kornkreis und dem Verschwinden Charlys? Unklar. Aber die Frage lädt zu allerlei Spekulationen ein, wie Michaela Nauder schmunzelnd sagt. Die Suche gleich nach dem Verschwinden, auch mit Plakaten, jedenfalls blieb ergebnislos. Charly blieb verschwunden.

Irgendwann vor rund zwei Wochen tauchte Charly am Kann-Werk zwischen Bruck und Mammendorf auf, wie mittlerweile klar ist. Ein Mitarbeiter kümmerte sich um ihn. Wo Charly vorher war, bleibt unklar. Michaela Nauder vermutet aber, dass er bei Menschen war. Denn wer war nicht ungepflegt.

Wie sie erfuhr, ist es nicht ungewöhnlich, dass an der Firma an der B 2 entlaufene (oder ausgesetzte?) Vierbeiner auftauchen. Zwei Wochen lang bekam Charly alles, was ein Katerherz begehrt. Schlafen durfte der zweijährige Stubentiger in einem Trockenraum. Da ist es warm. Außerdem bekam er eine Jacke zum Einwickeln.

Schließlich entschied sich der Kann-Mitarbeiter, die Tierfreunde Brucker Land einzuschalten. Diese schickten eine Suchmeldung ans Tagblatt. Er ist zwar tätowiert. Die Zeichen sind aber nicht mehr lesbar.

Den Suchaufruf im Internet-Netzwerk Facebook sah Michaela Nauder zwar nicht gleich selbst. Aber ihre Tierärztin – und die Bäuerin, von deren Hof Charlie ursprünglich stammt und wo Charlies Bruder lebt.

Nach einem halben Jahr Stille plötzlich Nachricht sogar aus zwei Quellen, dass Charlie lebt? „Das war sehr aufregend“, sagt Michaela Nauder. Sie fuhr sofort zur Tierauffangsation der Tierfreunde in Überacker, wo sie Charly endlich wieder in die Arme schließen konnte. Michaela Nauder lobt die Tierfreunde. „Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben.“ Ihr nächster Weg führte zum Kann-Werk, um auch hier Danke zu sagen.

Als Charlie daheim war, war es so, als ob er nie weggewesen wäre. Er ist immer noch sehr verschmust, spielt viel mit Michaela Nauders Kindern, sucht den körperkontakt. „Wir sind soooo glücklich“, schrieb Michaela Nauder in einer ersten Reaktion beim Facebook-Auftritt beim Tagblatt. Ein andere Userin meinte: „Mann, ist das ein Happy-End.“   

st

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