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Blicken positiv in die Zukunft: Josef Biermayer (Mitte), der neue Chef des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, sprach bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) zum Thema „Was ist mein Wald für mich?“. Mit im Bild: Ludwig Märkl (WBV-Vorsitzender) und Geschäftsführer Paul Högenauer (r.).  

Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung 

Klimawandel: Forst muss umgebaut werden

Der Wald muss umgebaut und verjüngt werden: Das hat der neue Chef des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Günter Biermayer, in der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) betont. Das sei die nötige Reaktion auf den Klimawandel.

MammendorfDass der Brotbaum Fichte in Form von Monokulturen auf die Dauer keine Zukunft habe, zeige sich schließlich jedes Jahr aufs Neue: Wenn Stürme übers Land hinwegfegen und hernach auch der Borkenkäfer aufgrund des entsprechenden Nahrungsangebots leichtes Spiel habe. Zwar hätten die letzten Winterstürme Burglind und Friederike im Landkreis kaum Schäden verursacht. Doch seit dem Sturm Niklas (2015) seien auch Bestände auf Landkreisflur entsprechend geschwächt.

Auch WBV-Geschäftsführer Paul Högenauer betonte: „Überprüfen Sie zeitig im Frühjahr ihre Wälder auf Käferbefall und Einzelwürfe vom Sturm, insbesondere auf den offenen, vom Sturm geschwächten Westseiten.“

Amtschef Biermayer stellte den Waldbesitzern in Sachen Fichtenaltholzbestand eine nachvollziehbare Rechnung anheim: „Bei aktiver und vorausschauender Holzernte Ihres Fichtenbestands können über 22 000 Euro pro Hektar erwirtschaftet werden. Wenn Sie aber erst nach einem Sturm- oder Borkenkäferjahr ernten, kann es sein, dass Ihnen aufgrund des Holzmarktes grade mal knapp 4500 Euro bleiben. Dann haben Sie zwar Steuern gespart aber trotzdem Verluste gemacht.“ Ein ähnliches Bild zeichnete Biermayer bei der Wertentwicklung von Fichtenbeständen: „Gepflegte und gut durchforstete Wälder bringen vergleichsweise dreimal höhere Erträge“, fasste der AELF-Chef zusammen.

WBV-Vorsitzender Ludwig Märkl stellte fest, dass sich der Käferbefall im Frühjahr 2017 zwar witterungsbedingt in Grenzen gehalten habe, in den Sommermonaten jedoch regelrecht explodiert sei. Insbesondere bei den Fichtenbeständen wurde laut WBV-Geschäftsführer Paul Högenauer festgestellt, dass hauptsächlich Altbestände befallen wurden und man besser vorher, sprich „beizeiten ausgelichtet und geerntet hätte“.

Trotz allem konnte der WBV seinen 782 Mitgliedern eine gute Bilanz präsentieren: 2017 wurde ein Gewinn von über 40 000 Euro erwirtschaftet. Damit die Waldbauern auch weiter positiv in die Zukunft blicken können, sei es allerdings nötig, Wirtschaftswälder professionell auszulichten und mit durchdachter und gemischter Verjüngung dem Klimawandel entgegenzutreten.

Generell gelte laut Amtschef Biermayer folgender Grundsatz für die Waldbauern: „Bleibt am Ball, und geht beizeiten in Eure Wälder und schaut nach dem Rechten.“ Denn: Sturmereignisse und Käferbefall werden die Waldbauern auch in Zukunft beschäftigen. (akk)

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