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Die CSU bestimmte in Mammendorf ihre Kandidaten für die Wahl zum Kreistag 2020.

Fürstenfeldbruck

Kreistag: CSU setzt auf junge, aber auch auf bewährte Kräfte

Die CSU im Landkreis Fürstenfeldbruck hat ihre Liste für die Wahl zum Kreistag 2020 festgelegt.

Mammendorf – Der Emmeringer Gemeinderat und Bürgermeister-Kandidat Stefan Floerecke ist zumindest in der CSU schon Stimmenkönig. Bei der Aufstellung der Kreistagsliste in Mammendorf erreichte der 34-Jährige mit 132 von 148 Delegierten die größre Zustimmung aller Kandidaten, für die einzelne Ergebnisse ermittelt wurden. Floerecke hängte damit sogar alte Schlachtrösser wie die Bürgermeister Frederik Röder (126) und Andreas Haas (122) ab. Spitzenkandidat ist Landrat Thomas Karmasin, gefolgt von den Abgeordneten Katrin Staffler (Bund) und Benjamin Miskowitsch (Land).

Die Bürgermeister

Da die ersten zehn Kandidaten en bloc gewählt wurden, konnte nicht auf die parteiinterne Popularität im Einzelnen geschlossen werden. Im Spitzenfeld finden sich auch Bezirksrätin Gaby Off-Nesselhauf (Platz 4), Kreistagsfraktionschef Emanuel Staffler (5) und Vize-Landrätin Martina Drechsler (6). Die Reihe der CSU-Bürgermeister führt Maisachs Rathaus-Chef Hans Seidl (7) vor Haas (11) und Brucks Erich Raff (15) an.

Eine Quereinsteigerin

In einer im wesentlichen überraschungsarmen Liste fällt ein Name auf: Brucks Schulamtsdirektorin Bettina Betz (14) will als Quereinsteigerin in die Kreispolitik. Mehrere Kandidaten haben führende Funktionen in Vereinen oder Verbänden. So Maisachs Zweiter Bürgermeister Roland Müller (35) als Kreis-Chef des Sozialverbands VdK oder Engelbert Jais (38) als Obermeister der Metzgerinnung und Geschäftsführer des Schlachthofs. Josef Wörle (27) aus Moorenweis sieht sich als „Bindeglied zwischen CSU und Landwirtschaft“. „Es ist wichtig, dass wir wieder zusammenrücken“, meinte der Vize-Chef des Brucker Bauernverbandes in seiner kurzen Vorstellung.

Die meisten Kandidaten stellen die Ortsverbände Bruck und Germering (je neun), nur mit je einem Bewerber sind sieben West-Gemeinden vertreten. Insgesamt kommen 37 der 70 Kandidaten aus den östlichen Städten und Großgemeinden. Die Männer haben mit 45 Bewerbern ein deutliches Übergewicht. Nicht mehr dabei sind vier bisherige Kreisräte: Reinhold Bocklet, Hans Schilling, Emil Schneider und Gabi Waldleitner. Die CSU stellt derzeit 31 von 70 Kreisräten.

Hinten viele aus dem Osten

Auffällig sind die hinteren Platzierungen für zahlreiche Namen aus dem Osten: Vier der sechs Olchinger Kandidaten finden sich erst ab Platz 52, Puchheim stellt sogar nur drei Bewerber, angeführt von Bürgermeister-Kandidatin Karin Kamleiter auf Platz 25. Während sie mit 79 Stimmen aber noch knapp die Mehrheit der Delegierten überzeugen konnte, blieben vier Kandidaten aus Gröbenzell und Olching unter 50 Prozent Zustimmung. Bescheidene Ergebnisse außerdem auch für OB Raff (81) und seinen Fraktionschef Andreas Lohde (76).

Einen Bruck-Malus gab es aber nicht, wie die Ergebnisse von Simone Neumann (122) und Markus Droth (121) zeigten. Unter den Meistgewählten außerdem noch zwei junge Leute: Benedikt Nesselhauf und JU-Chef Wolfgang Vogt mit jeweils 120 Stimmen. (op)

Das sind die Kandidaten

Die CSU-Kandidaten für den Kreistag.

1) Thomas Karmasin, 2) Katrin Staffler, 3) Benjamin Miskowitsch, 4) Gaby Off-Nesselhauf, 5) Emanuel Staffler, 6) Martina Drechsler, 7) Hans Seidl, 8) Manuela Kreuzmair, 9) Hubert Ficker, 10) Thi Thu Thuy Tran, 11) Stefan Floerecke, 12) Andreas Haas, 13) Céline Lauer, 14) Bettina Betz, 15) Erich Raff, 16) Frederik Röder, 17) Sonja Thiele, 18) Maximilian Gigl, 19) Johann Wörle, 20) Andreas Lohde, 21) Wolfgang Vogt, 22) Erwin Fraunhofer jun., 23) Joseph Schäffler, 24) Claudia Huber, 25) Karin Kamleiter, 26) Margret Kopp, 27) Josef Wörle, 28) Dieter Rubenbauer, 29) Gabriele Dietrich, 30) Gerald Kurz, 31) Andreas Spörl, 32) Claudia Steber, 33) Pius Keller, 34) Oliver Simon, 35) Roland Müller, 36) Markus Droth, 37) Franz Höfelsauer, 38) Engelbert Jais, 39) Georg von Kleinsorgen, 40) Christian Zerlin, 41) Benedikt Nesselhauf, 42) Monika Hösch, 43) Anita Rieger, 44) Martin Kellerer, 45) Erich Heinz, 46) Karin Fischbeck, 47) Karlheinz Pangerl, 48) Gabriele Kuhnke, 49) Regina Schlegtendal, 50) Sebastian Braunitzer, 51) Gabriele Pichelmaier, 52) Josef Wagner, 53) Christoph Gasteiger, 54) Jeanne-Marie Sindani, 55) Andreas Keefer, 56) Barbara Schamberg, 57) Michael Bals, 58) Michael Wölfl, 59) Maria Hartl, 60) Sandra Andre, 61) Simone Neumann, 62) Gabriele Loistl, 63) Andreas Hörl, 64) Marcel Boss, 65) Johannes Fiolka, 66) Uta Lucht, 67) Hans Stürzer, 68) Johann Drexl, 69) Hubert Jung, 70) Sepp Kellerer.

Ganz nebenbei

Brucks früherer OB Sepp Kellerer steht auf dem letzten Platz der CSU-Liste für die nächste Kreistagswahl. Das ist ein Signal: Er möchte der CSU schon weiter dienen, aber erneut in den Kreistag möchte er nicht, jedenfalls nicht unbedingt. So könnte man die Reihung interpretieren. Nun lehrt einen die Erinnerung an die vergangene Kreistagswahl: So einfach ist das nicht. Damals war Sepp Kellerer praktisch der Häufelkönig. Obwohl nur in mittlerer Position auf der Liste stehend, landete er im CSU-Vergleich ganz vorne: er überholte viele andere Bewerber auf der Liste, weil etliche Wähler ganz gezielt ihm ihr Vertrauen schenkten. Nun könnte man sagen: Platz 70 ist weit genug hinten, um nicht doch wieder vorne zu landen. Trotzdem: Auf den definitiven Abschied aus dem Kreistag sollte sich Kellerer besser wohl nicht vorbereiten. (st)

Auch interessant: Die Kommunalwahl 2020 in der Region Fürstenfeldbruck

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