Eine Aufgabe von vielen: Der BN bringt Kröten über die Straße zu den Laichplätzen (Symbolbild).
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Es herrscht die Sorge, dass Kröten von ihren Laichplätzen abgeschnitten werden könnten.

Mammendorf

Kröten und Fichten: Bremst Naturschutz die Erweiterung einer Firma?

  • vonDieter Metzler
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Die Kranverleih-Firma Schußmann darf ihr Sondergebiet um Lagerflächen erweitern. Das hat der Gemeinderat mit 13:3-Stimmen beschlossen. Die Fichten auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück werden wohl gerodet.

Mammendorf – Zumindest wurde beim Forstamt ein entsprechender Antrag gestellt, und der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Gemeinderats hatte empfohlen, im Falle einer Genehmigung das notwendige Verfahren einzuleiten. Jetzt könnten noch die Kröten das Projekt stoppen. Die Lösung könnte eine Kröten-Umleitung sein.

In der aktuellen Viertelstunde vor der Gemeinderatssitzung meldete sich Harald Rösch vom Bund Naturschutz zu Wort. Er mache sich große Sorgen, dass die Kröten durch die Baumaßnahme immer weiter von ihren Laichgewässern abgeschnitten werden. Eine zweiwöchige stichprobenartige Zählung habe ergeben, dass sich über 600 Tiere dort aufhalten. „Es handelt sich hier um eines der größten Amphibiengebiete im Landkreis“, sagte er.

Bürgermeister Josef Heckl (BGM) verwies darauf, dass eine artenschutzrechtliche Prüfung nötig sei und erfolgen werde. Das wisse der Antragsteller. Sollten erhebliche Bedenken bestehen, werde es schwierig werden, die Erweiterung umzusetzen.

Max Altmann (Grüne) sagte, es handele sich nicht um einen reinen Fichten-, sondern um einen Mischwald. Zum Schutz der Bäume schlug er eine bestehende Grube als Lagerplatz vor: „Dieser Platz wäre schon geräumt und würde von der Größe her hinkommen.“ Heckl sagte, die Grube gehöre aber nicht zum gemeindlichen Grund. Zudem wies er darauf hin, dass bei einer Rodung stets ein Ersatz geschaffen werden muss.

Verena Halbritter (Grüne) lehnte den „totalen Kahlschlag“ ab. Zweiter Bürgermeister Peter Muck (CSU) sagte, er finde Baumfällungen zwar auch schade. Doch die Kommune habe der Firma vor etlichen Jahren dort Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kranverleih irgendwo anders unterkommt. Wollen wir in Mammendorf noch eine andere Stelle, wo Kräne aufgestellt werden?“ Eine Aufsplittung des Kranverleihs sei nicht sinnvoll, weder für das Unternehmen noch für die Gemeinde. Sein Fazit: „Es wird eine Möglichkeit geben, Amphibien um dieses Gebiet herumzuleiten.“

An der Nordseite des Grundstücks soll ein Grünzug geschaffen werden. Zudem muss wohl eine Kröten-Umleitung her und die Verbindungsstraße verbreitert werden.

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