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Allzeit bereit: Einige Einsatzkräfte der Mammendorfer Feuerwehr beim ersten Leistungsabzeichen. Das Bild stammt aus dem Jahr 1961.

Wehr feiert 140-jähriges Bestehen

Der lange Weg der Mammendorfer Feuerwehr

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Die Feuerwehr Mammendorf feiert ihr 140-jähriges Bestehen. Sie zählt zu den neun ältesten Wehren im Landkreis – und hätte noch fünf Jahre älter sein können, wenn es nicht Geburtswehen gegeben hätte.

Noch ohne Uniform: die erste Fahnenweihe nach dem Zweiten Weltkrieg in Esting.

MammendorfBereits im Dezember 1870 rief das damalige Bezirksamt Bruck die Gemeinden auf, Freiwillige Feuerwehren zu errichten. Dies habe sich als „äußerst vorteilhaft für Leben und Eigentum der Bewohner bewährt“, heißt es in der entsprechenden Bekanntmachung. In Puchheim (Ort) reagierte man sofort. Und auch in Mammendorf gab es schnell Bestrebungen, eine Wehr zu schaffen.

n Reih und Glied: Der aktuelle Fuhrpark der Mammendorfer Feuerwehr vor dem Gerätehaus an der Augsburger Straße.

„Wäre es nach dem damaligen Bürgermeister Joseph Mayer und dem Königlichen Bezirksamt Bruck gegangen, wäre die Freiwillige Feuerwehr bereits im Jahr 1872 gegründet worden“, erzählt Christian Huber, Pressesprecher der Mammendorfer Floriansjünger. Denn im Januar dieses Jahres hatten sich 53 junge Männer und Burschen dafür gefunden. Das geht aus einem Brief des damaligen Gemeindechefs an das Bezirksamt hervor.

Doch die Mühlen mahlten langsam. Im Mai 1873 sollten sich die Feuerwehrmänner erstmals zu einer Versammlung treffen. Im November 1874 schließlich teilte Mayer dem Bezirksamt mit, „dass in Mammendorf bis jetzt noch keine Freiwillige Feuerwehr besteht“. Es sollte noch bis ins Frühjahr 1877 dauern, ehe die Gründung erfolgte.

In Mammendorf ist man stolz auf den Platz unter den neun ältesten Landkreis-Wehren

Die Chefs: Vorsitzender des Feuerwehrvereins Wolfgang Blum (l.) und Kommandant Christian Pöller (r.) mit Bürgermeister Josef Heckl.

„Warum sich das so lange hinzog, ist heute aus den Unterlagen nicht mehr vollständig nachvollziehbar“, sagt Huber. Vermutlich gab es aber wohl noch Probleme mit der bestehenden Pflichtfeuerwehr und der Zusammenführung beider Organisationen. „Denn die Pflichtfeuerwehr wurde aufgefordert, an den Übungen teilzunehmen und ihre Gerätschaften abzugeben.“ Die Bereitschaft dazu hielt sich in argen Grenzen, erst entsprechender Druck durch das Königliche Bezirksamt sorgte dafür, dass sich die Fronten lockerten.

Heute zeugt eine Urkunde von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Ausgestellt wurde diese zwar erst 1899. Das Gründungsdatum ist dort aber festgehalten. Das Dokument im Wortlaut: „Unter dem allerhöchsten Prektorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern, wird der Freiwilligen Feuerwehr Mammendorf bestätigt, dass sie als Mitglied des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes und als am 15. Januar 1877 gegründet in der Grundliste desselben eingetragen ist.“ Damit liegen die Mammendorfer auf Platz neun der gegründeten Wehren. Neben den Frühstartern aus Puchheim waren ihnen aufgrund der Verzögerungen 1873 die Gemeinden Alling, Germering, Jesenwang, Moorenweis und Unterpfaffenhofen, 1874 Maisach und 1876 Kottgeisering zuvor gekommen.

Dennoch ist man in Mammendorf stolz auf den Platz unter den neun ältesten Wehren im Landkreis. Erst 1879 folgten Landsberied und 1881 Emmering. „48 Gemeinden hatten damals noch keine Freiwillige Feuerwehr gegründet“, sagt Huber.

Nur noch 15 der 96 Einsätze der Mammendorfer Feuerwehr sind Brände 

Eines der wenigen älteren Dokumente: Das vergilbte Foto zum 15-jährigen Gründungsfest im Jahr 1892. Erst ab 1900 wurde eine Chronik geführt.

Anders als über das Gründungsprozedere, ist über die frühen Jahre der Wehr nicht viel bekannt. Aus den wenigen älteren Dokumenten sticht vor allem ein vergilbtes Foto von der Feier zum 15-jährigen Bestehen im Jahr 1892 hervor. „Erst ab dem Jahr 1900 wird eine Chronik geführt“, sagt Huber. Der erste darin festgehaltene Einsatz war ein Brand in der Holzremise eines gewissen Josef Reichlmair. Die Feuerwehrleute konnten den Brand zügig löschen, ein Wagen und Brennholz wurde gerettet.

Nach vielen Jahren in verschiedenen Domizilen bezog die Feuerwehr Anfang der 1940er-Jahre ihr langfristiges Quartier an der Ecke Bahnhof- und Michael-Aumüller-Straße – heute steht dort das Bushäuschen am Minikreisel. Weitere bauliche Meilensteine waren am 7. Oktober 1978 der Einzug ins neue Feuerwehrhaus an der Augsburger Straße und dessen Erweiterung im Herbst 2001.

Wie bei allen Feuerwehren, so hat sich auch in Mammendorf das Einsatzfeld gegenüber den Gründungsjahren stark verändert. So machten im vergangenen Jahr nur noch 15 der 96 Einsätze Brände aus. 50 Mal rückten die Floriansjünger dagegen für technische Hilfeleistungen aus. Dass das heute in dieser Form geschieht, ist auch einem gewissen Bürgermeister Joseph Mayer und seinem fünf Jahre dauernden Kampf zu Einrichtung der Freiwilligen Feuerwehr vor 140 Jahren zu verdanken.

Gottesdienst und Tag der offenen Tür: So wird in Mammendorf gefeiert

Ihr 140-jähriges Bestehen feiert die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf am Sonntag, 10. September, mit einem Tag der offenen Tür. Los geht es um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Feuerwehrhaus. Nach der Begrüßung und den Grußworten gibt es ein Mittagessen. Beim Nachmittagsprogramm ab 13 Uhr kann man sich dann bei zahlreichen Vorführungen und Programmpunkten ein Bild von der Arbeit der Feuerwehrleute machen. Unter anderem gibt es eine Fettexplosion und eine Einsatzvorführung. Die Rettungshundestaffel stellt sich ebenso vor wie die Polizei, die mit einem Infostand vertreten ist.

Darüber hinaus wirken auch die Wasserwacht Mammendorf und der Brucker Kreisjugendring an der Jubiläumsfeier mit. Außerdem kann man an einem Reanimationstraining für Laien teilnehmen. Es gibt Kaffee und Kuchen.

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