Die Feierlichkeit lief heuer ganz anders.
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Die Feierlichkeit lief heuer ganz anders.

Mammendorf

Ärger um Volkstrauertag

  • vonDieter Metzler
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Aufgrund der Pandemie liefen heuer die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag anders ab. Im Nachgang gab es nun Ärger.

Mammendorf – „Wir haben Kränze und Schalen am Tag vorher am Kriegerdenkmal abgelegt, ohne Zeremonie“, berichtet Bürgermeister Josef Heckl (BGM). Tags darauf, am Sonntag, fand vor der Aussegnungshalle ein Gedenkgottesdienst statt. Neben den Kränzen des VdK-Ortsverbands und der Gemeinde sowie einer Blumenschale des Veteranen- und Kameradenvereins legte auch Gemeinderatsmitglied Verena Halbritter (Grüne) einen Kranz am Kriegerdenkmal ab.

Heckl sowie einige Gemeinderatsmitglieder waren überrascht von diesem Alleingang. Der Bürgermeister sagt dazu: „Frau Halbritter hat scheinbar ein persönliches Bedürfnis verspürt, einen eigenen Kranz niederzulegen.“ Weiteres Aufhebens will Heckl nicht machen.

Anders Benjamin Miskowitsch (CSU). Er sagt: „Wir sind alle etwas verwundert, da wir hier eigentlich als Gemeinschaft auftreten und den Volkstrauertag nicht für parteipolitische Spielchen nutzen wollen.“

Halbritter begründete die persönliche Kranzniederlegung damit, dass der Schwerpunkt des Gedenkens immer noch zu sehr bei den Gefallenen der beiden Kriege liege und zu wenig an die anderen Opfer gedacht werde. So gebe es überall Kriegerdenkmäler, aber nur wenige Orte der Erinnerung an Opfer von Krieg, Gewalt und Terror. Um ein Zeichen für die vielen nicht genannten Opfer zu setzen, habe sie einen Kranz, den sie aus ihren Sitzungsgeldern als Ratsmitglied finanziert habe, in Auftrag gegeben, erklärte sie in einer Pressemitteilung.

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