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Ein Hackschnitzel-Lager

Mammendorf

Bürger machen mobil gegen Heizzentrale

  • vonDieter Metzler
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Widerstand in Mammendorf gegen eine geplante Hackschnitzelheizung, die auch die Alte Schule versorgen soll: Anwohner haben Angst vor der Feinstaubbelastung und finden, dass ein hoher Kamin die Ortsmitte verschandelt.

Mammendorf Die Alte Schule wird saniert. Zur Wärmeversorgung wird an eine Hackschnitzelheizanlage gedacht. Dazu muss aber der Bebauungsplan „Ortsmitte, Friedensweg/Zum Seefeld“ geändert werden, weshalb der Gemeinderat dieses Thema auf der Tagesordnung hatte. Einigkeit bestand darüber, dass die Alte Schule einen Anbau erhält: für ein zusätzliches Treppenhaus mit Aufzug. Dazu wurde der entsprechende Beschluss gefasst.

20 Bürger in der Sitzung

Dann tauchten aber Probleme auf: beim Antrag der Familie Schamberger zur Änderung des Bebauungsplans für einen geplanten Neubau eines Lager- und Garagengebäudes mit Hackschnitzelheizung im Kellergeschoss. Von hier aus soll unter anderem die Wärme für die Alte Schule geliefert werden.

Bereits in der Aktuellen Viertelstunde vor Beginn der Gemeinderatssitzung hatten sich von gut 20 anwesenden Bürgern drei zu der Hackschnitzelanlage zu Wort gemeldet. Sie trugen die Argumente vor, die in einem dreiseitigen DIN-A4-Schreiben dem Gemeinderat kurzfristig vorgelegt worden waren. Das Schreiben ist von 50 Anwohnern unterschrieben. Die Bürger führen vor allem die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung ins Feld. Zudem gehöre eine Heizzentrale nicht in die Ortsmitte: „Wir fragen uns, ob es im Interesse der Gemeinde sein kann, wenn unmittelbar neben dem mit hohem Aufwand und architektonischen Hinguckern geschaffenen Ortszentrum elf Meter hohe Heizkamine zum Anziehungspunkt der Blicke werden“, heißt es.

Zwei Gutachten

Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft Mammendorf/BGM) räumte ein, dass der Standort in der Ortsmitte durchaus als kritisch anzusehen sei. Es handele sich allerdings nicht um ein reines, sondern ein allgemeines Wohngebiet. Man habe hier schon eine Trockenbaufirma, eine Arztpraxis und eine Physiotherapiepraxis.

Durch zwei Gutachten (Lärmgutachten und Schornsteinhöhenberechnung) wurde laut Heckl nachgewiesen, dass die Anlage nicht störend sei. Zur Absenkung der Werte müsste ein Kamin von drei Metern errichtet werden, der bei einer Gebäudehöhe von acht Metern insgesamt elf Meter hoch sei. Laut Städteplaner und Landratsamt sei das Projekt genehmigungsfähig, teilte Heckl mit. Sollte es zum Bauantrag kommen, würde er dem Antrag das Schreiben mit den 50 Unterschriften beifügen.

Ortstermin vorgeschlagen

Florian Simetsreiter (BGM) empfahl, erst über die Änderung des Bebauungsplans zu sprechen und noch nicht über das Bauvorhaben, damit sich anschließend die Bürger entsprechend einbringen können. Stefan Bauer (FW) meinte, man sollte sich zunächst die Argumente anhören, mit den Gutachten beschäftigen und dann einen Ortstermin mit dem gesamten Gemeinderat machen. Martin Neheider (BGM) hielt den Gegnern vor, sich nicht ausreichend informiert zu haben und sich nur mit Halbwahrheiten abzugeben. Die Familie Schamberger sei jederzeit bereit, Informationen zu geben und Fragen zu beantworten.

Man solle die Bedenken der Anwohner ernst nehmen, so Vize-Bürgermeister Peter Muck (CSU). Auch er riet den Bürgern, mit der Familie Schamberger das Gespräch zu suchen, aber auch die Familie Schamberger sollte auf die Leute zugehen. Werner Zauser (FW) meinte, die Gemeinde sollte mit einer Info-Veranstaltung dazu beitragen, dass das Informationsdefizit behoben werde. Und Anton Fasching (BGM) schlug vor, den Bürgern die Gutachten zugänglich zu machen.

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