Katalonien: Madrid will Regionalregierung absetzen

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Flexibilität und Humor braucht man für das Bürgermeisteramt, sagt Josef Heckl – und auch beim Tischtennis.

Serie: DIE NEUEN BÜRGERMEISTER IM WESTLICHEN LANDKREIS – HALBZEIT IM AMT 

Josef Heckl: „Kandidatur war eine Lebensentscheidung“

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Es ist drei Jahre her, dass Josef Heckl als neuer Rathauschef der Bürgergemeinschaft Mammendorf angetreten ist. „Schwere Stunden sind mir bisher erspart geblieben“, sagte der 34-Jährige im Gespräch mit Tagblatt-Mitarbeiter Dieter Metzler.

Mammendorf – „Solide arbeiten, gut vorbereitet sein, konzeptionell vorgehen“ – auf diesen Nenner bringt Heckl sein Rezept, das er auch nach 2020 weiter anwenden will.

Macht es noch Spaß, Bürgermeister zu sein, Herr Heckl?

Josef Heckl: Auf jeden Fall. Bürgermeister zu sein ist eine tolle Aufgabe.

Welche Fähigkeiten fordert das Amt?

Josef Heckl: Bei der Vielfalt von Aufgaben vor allem Flexibilität. Von relativ banalen bis hin zu richtungsweisenden Themen muss man alles abdecken können. Notwendig ist auch Verhandlungsgeschick, die Fähigkeit, moderieren zu können und vor allem, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Auch eine gewisse Portion Humor gehört dazu.

Wie anstrengend ist das Amt fürs Privatleben?

Josef Heckl: Inzwischen funktioniert es schon ganz gut, im Privatleben muss ich aber ganz klar Abstriche machen.

Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Josef Heckl: Ich war auch davor schon in vielen Mammendorfer Vereinen Mitglied. Jetzt sind es noch ein paar mehr geworden. Dabei steht man als Bürgermeister natürlich noch mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Leider musste ich meine Basketballschuhe an den berühmten Nagel hängen. Es bleibt keine Zeit mehr dazu. Aktiv spiele ich aber noch Tischtennis und Tennis in einer Mannschaft.

Ist etwas anders, als Sie es erwartet hatten?

Josef Heckl: Ich komme aus der Verwaltung (Anm. d. R.: Heckl ist Verwaltungsfachangestellter, hat elf Jahre in der Gemeinde Maisach gearbeitet, dann war er dreieinhalb Jahre Kämmerer in Wörthsee). Von daher kenne ich den Ablauf. Es gibt halt Wochen, die komplett vollgepackt sind mit Terminen.

Hat sich Ihre Sicht auf Mammendorf verändert?

Josef Heckl: Man geht schon anders durch den Ort. Man zieht jetzt mehr Vergleiche mit den anderen Gemeinden. Gerade auch als junger Bürgermeister profitiere ich darüber hinaus als Schriftführer beim Kreisverband des Gemeindetages von dem intensiven Austausch über brandaktuelle Themen, die die Gemeinden bewegen.

Was sind denn die schönsten, was die schlimmsten Aufgaben?

Josef Heckl: Mit das Schönste ist, wenn man bei wichtigen Entscheidungen für den Ort eine breite Mehrheit im Rat und entsprechendes Feedback von den Bürgern erhält. Weniger erfreulich ist dagegen, wenn man Bürgern gern helfen möchte, aber aus politischen oder meistens rechtlichen Gründen nicht helfen kann. Für wichtig halte ich es dabei, den Bürgern aber das zu erklären. Im kleineren Kreis stößt man da eher auf Verständnis, diese Erfahrung habe ich gemacht.

Haben Sie schon Fehler gemacht?

Josef Heckl: Auf jeden Fall, wer ist schon fehlerfrei? Ich glaube aber, es war bisher nicht so gravierend. In einzelnen Fällen gibt es mit Sicherheit Entscheidungen, die man hätte besser treffen können.

Was wollen Sie unbedingt noch schaffen bis zur nächsten Wahl im Jahr 2020?

Josef Heckl: In erster Linie möchte ich die Projekte, die unter meiner Führung im Gemeinderat in den vergangenen drei Jahren angeschoben wurden, in die Vollendung bringen: den Neubau der Sporthalle, der VG-Anbau, die Gestaltung der Ortsmitte, das neue Baugebiet mit einem Seniorenwohnheim und vor allem den Bau eines neuen Kinderhauses. Ein ganz wichtiger Schritt ist auch noch die Fortführung und Beendigung des Flächennutzungsplanverfahrens für die Südumgehung. Ein wichtiger Schritt sollte in dieser Legislaturperiode die endgültige Festlegung der Trasse sein.

Wo steht Mammendorf in zehn Jahren?

Josef Heckl: Mit Sicherheit hat die Gemeinde dann die 5000-Einwohner-Marke geknackt. Und auch von der Infrastruktur wird der Ort besser dastehen. Natürlich hoffe ich auch, dass wir finanziell weiterhin gut aufgestellt sind.

Welche drei Plätze im Ort sollte Ihrer Meinung nach jeder Besucher gesehen haben?

Josef Heckl: Den Biergarten im Bürgerhaus, den Freizeitpark mit Badesee und Freibad sowie das Windrad.

Werden Sie bei der nächsten Wahl 2020 wieder antreten?

Josef Heckl: Meine Kandidatur war eine Lebensentscheidung. Als ich mich entschlossen habe zu kandidieren, stand zugleich für mich fest, dass ich auch weitermachen möchte. Ich bin keiner, der flattert, und mal so oder mal so entscheidet. Ich wäre nie angetreten, wenn ich nicht diese Harmonie, den gegenseitigen Respekt und den gemeinsamen Gestaltungswillen des Gemeinderates kennengelernt hätte.

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