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Ein Schild weist auf die eingeschränkten Öffnungszeiten hin.

Landrat reagiert

Asylbewerber verliert Arbeitserlaubnis - deswegen muss Freibad nun Öffnungszeiten einschränken

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Das Freibad Mammendorf hat die Öffnungszeiten eingeschränkt. Grund: Einem asylsuchenden Mitarbeiter wurde die Arbeitserlaubnis entzogen.

Mammendorf – Ausgerechnet in diesen Supersommer-Tagen muss das Freibad Mammendorf seine Gäste früher heimschicken beziehungsweise kann sie erst später als gewohnt hereinlassen. Hatte das Bad bisher immer von 9 bis 20 Uhr offen, so ist der Zugang jetzt nur noch von 10 bis 19 Uhr möglich – bei gleichen Preisen. „Das ärgert einen schon. Wir gehen seit Jahren hierher“, sagt eine regelmäßige Freibadbesucherin. Oft werde man schon um 18 Uhr aufgefordert, den ruhigeren, hinteren Teil des Bades zu verlassen. „Dann geht man natürlich ganz nach Hause.“

Der Asylbewerber erledigt im Freibad Mammendorf vor allem Reinigungsarbeiten

Das Freibad in Mammendorf

Die offizielle Begründung für die eingeschränkten Öffnungszeiten im vom Landkreis betriebenen Freibad ist Mangel an Personal – und dieser Personalmangel entsteht, weil ein Asylbewerber seine Arbeitserlaubnis verloren hat, wie Landrat Thomas Karmasin am Donnerstagmittag auf Nachfrage bestätigte.

Der betreffende Asylbewerber aus dem asiatischen Raum arbeitet seit etwa fünf Jahren im Freibad. Er erledigt vor allem Reinigungsarbeiten und entlastet damit das Schwimmbad-Personal, das sich damit um andere Dinge kümmern kann. Nun aber sei der Asylantrag des Mannes rechtskräftig abgelehnt worden, bestätigte Karmasin – und damit war auch die Arbeitserlaubnis weg. Von einem Tag auf den anderen durfte der Mann nicht mehr im Freibad mithelfen. Die Aufregung war groß.

Asylbewerber hat sich im Freibad Mammendorf bewährt - Ausnahme wohl möglich

Karmasin kündigte am Donnerstagmittag an, sich schnellstmöglich um eine neue Arbeitserlaubnis für den Mann zu bemühen. Das sei unter Auflagen wohl möglich. Dabei geht es auch um bürokratische Anforderungen. Es könne nicht sein, dass jemand fünf Jahre ordentlich arbeitet, sich dabei bewährt und dann plötzlich in die Sozialsysteme getrieben werde. Eine Abschiebung kommt trotz Ablehnung ohnehin praktisch nicht in Frage.

Eine politische Forderung allgemeinerer Art freilich will Karmasin aus seinem Vorgehen in diesem Fall nicht abgeleitet wissen. Es handele sich um einen krassen Einzelfall. Der Asylbewerber sei auch nicht so leicht zu ersetzen, schließlich kennt er das Bad mittlerweile und alle Aufgaben darin. „Er hat immer zur Zufriedenheit aller gearbeitet“, sagt der Landrat.

Auswirkungen auf den Kiosk im Freibad Mammendorf

Wenn der Asylbewerber die Arbeitserlaubnis wieder hat, dann seien auch die gewohnten Öffnungszeiten wieder möglich – was auch Auswirkungen auf den Wirt im Kiosk hat. Denn wenn die Leute früher heimgehen, hat er natürlich gerade zur Zeit des Abendessens Einnahme-Einbußen. Insgesamt ist es ohnehin nicht ganz leicht, den Personalbedarf zu decken.

Das Mammendorfer Freibad erfreut sich bei Badegästen großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr kamen knapp 98 000 Badegäste – das ist der vierthöchste Wert seit dem Jahr 2000. Erstmals ist heuer auf dem Gelände des Freibads übrigens das „Eletric Summer Festival“ geplant. Es steigt am 14. September.

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Tags darauf hatte der Asylbewerber seine Arbeitserlaubnis wieder.

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