Das Freibad in Mammendorf.
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Das Freibad in Mammendorf.

Mammendorf

Freizeitpark kämpft mit den Krisen-Folgen

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Stürme, Finanzdebatten, Müllablagerungen: Im eigentlich für seine Attraktivität bekannten Freizeitpark Mammendorf hat man ja praktisch schon alles erlebt. Aber wegen Corona sicher noch nie ein Jahr wie dieses.

Mammendorf –Angesichts der Umstände zeigte man sich im zuständigen Freizeitausschuss des Kreistags aber noch zufrieden.

Das Jahr 2019 sei nach durchwachsenem Wetter eher unspektakulär gewesen, meinte der Westkreis-Experte Hubert Ficker (CSU) vor Kurzem im Ausschuss. 2020 aber sei gar nichts mehr normal gewesen. Als sehr erfreulich empfand er es, dass trotz der Beschränkungen immerhin 48 000 Gäste kamen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es ohne Corona-Pandemie noch knapp 80 000 gewesen.

Die Umsetzung des Konzepts

FW-Kreisrat Johann Thurner (und Chef im Förderverein) bestätigte, dass das Corona-Konzept gut umgesetzt worden sei. Allerdings kritisierte er, dass bei Auslastung der Höchstbesucherzahl neue Gäste erst Stunden später eingelassen wurden, obwohl man zuschauen konnte, dass ja zwischenzeitlich immer mal wieder einer das Bad verließ. Man habe das zuerst anders gehandhabt, erklärte Günter Sigl vom Kreiskulturamt: Bei Auslastung durfte also sofort ein neuer Gast rein, sobald ein anderer rausging. Für die Mitarbeiter vor Ort sei das allerdings heftig gewesen, sagte Sigl. Immer einer habe draußen „an der Front“ stehen und den Zugang regeln müssen. „Wie man es macht, Ärger gibt es immer.“

Gut sei gewesen, dass es nebenan ja den See gebe, meinte Hans Thurner. Da habe man ja auch schwimmen können.

Coronabedingt hatte das Bad erst am 8. Juni öffnen können. Im ersten Schritt war je 20 Quadratmeter Liegefläche nur ein Besucher zugelassen. Um den Eingang zu erleichtern, wurde ein Einheitspreis von drei Euro verlangt (Verzicht auf alle anderen Sondermöglichkeiten). Nur an zwölf Tagen habe das Freibad wegen Erreichens der maximalen Besucherzahl zwischenzeitlich gesperrt werden müssen, heißt es im Bericht der Verwaltung. Die zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen sei eine große Belastung fürs Personal gewesen, heißt es außerdem. Genau wie die Durchsetzung der Einschränkungen.

Wie geht es weiter?

Außerdem in der Sitzung angesprochen: Am Badesee stieg fast täglich eine Party, deren Hinterlassenschaften dann beseitigt werden mussten. „Sicherheitsdienst und Polizei hatten mit vielen unvernünftigen Feiernden zu kämpfen, die sich oft auch nicht an die coronabedingten Einschränkungen halten wollten“, heißt es im Papier der Verwaltung.

Desweiteren banges Thema: Wie geht es 2021 weiter? Alle hofften, dass es im Sommer dieses Jahres keiner Corona-Einschräkungen mehr bedürfen werde, ganz auf der sicheren Seite wähnte sich aber niemand. Sigl verwies auf die Sitzung des Freizeitausschusses im März, in deren Rahmen man diese Frage erörtern könne. Andreas Lohde (CSU) regte an, für den Fall dass die Pandemie nicht überwunden sein sollte, sich rechtzeitig über Verbesserungen Gedanken zu machen. „Vielleicht sollte man dann trotzdem wieder eine Saisonkarte anbieten.“ Das Defizit, das der Landkreis an der gesamten Anlage trägt, betrug im Jahr 2019 um die 400 000 Euro. Das bringt den millionenschweren Kreishaushalt zwar nicht an den Rand des Zusammenbruchs. Eine Pflichtaufgabe des Landkreises ist der Betrieb einer Freizeitanlage aber sicher nicht. Seit der letzten kommunalen Finanzkrise helfen die Mammendorfer VG-Gemeinden genau wie der Förderverein finanziell mit.

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