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In Mammendorf wird um eine Hackschnitzelanlage diskutiert.

Aus dem Gemeinderat

Hackschnitzelheizung kommt - Ja zur Wärme aus Mammendorfs Mitte

  • vonDieter Metzler
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Die Nahwärmeversorgung in Mammendorfs Mitte ist nun wohl doch möglich. Der Gemeinderat hat den Bauantrag bewilligt. Das letzte Wort hat nun das Landratsamt.

Mammendorf – Im zweiten Anlauf stimmte der Gemeinderat mit 14:1 Stimmen zu. Damit ist der Bauantrag der Familie Schamberger zum Abbruch und Neubau eines Lager- und Garagengebäudes mit vier Parkplätzen und einer Hackschnitzelheizung zur Nahwärmeversorgung genehmigt. Nun muss ihn nur noch das Landratsamt absegnen.

Das Vorhaben ist umstritten. Denn die Hackschnitzelheizung wird als nicht störender Gewerbebetrieb in einem allgemeinen Wohngebiet stehen. Diese Ausnahme genehmigte der Gemeinderat. Durch die Anlage sollen die alte Schule und umliegende Privathäuser beheizt werden.

Zahlreiche Zuschauer in der Sitzung

Rund 20 Mammendorfer waren zur Sitzung gekommen. Im Rahmen der Aktuellen Viertelstunde warf ein Bürger der Gemeinde mangelnde Information vor. Bürgermeister Josef Heckl (BGM) entgegnete, dass bereits in der Mai-Sitzung ausführlich über die Bedenken der Bürger diskutiert worden sei. Außerdem habe die Familie Schamberger mit einem Schreiben die Anwohner über ihr Vorhaben informiert. Zur Gemeinderatssitzung im Mai hatten rund 50 Bürger mit einem Schreiben gegen die Heizung protestiert. Ihrer Meinung nach sei die Feinstaubbelastung zu groß, außerdem verschandele der Kamin die Ortsmitte.

Vor der jetzigen Sitzung hatte Gerhart Teschke, als einer der Gegner der Hackschnitzelheizung, Heckl im Rathaus aufgesucht und gebeten, doch vor einer Entscheidung über den Bauantrag die Bürger zu einer Info-Veranstaltung einzuladen. Nachdem Heckl dem Wunsch nicht entsprochen hatte, bleibt den Initiatoren nunmehr nur noch der juristische Weg gegen das Bauvorhaben vorzugehen.

Gemeinderat kann die Qualität der Hackschnitzel nicht beeinflussen

In der Diskussion betonte Heckl, dass die Familie auf ihrem Grundstück eine Wohnbebauung mit einer Hackschnitzelheizung errichten dürfe, ohne dass man Einfluss auf die Qualität der Hackschnitzel nehmen könne. Letztlich beschloss der Gemeinderat, die Einwände der Bürger der Genehmigungsbehörde zur Überprüfung mit vorzulegen. Außerdem soll das Landratsamt die immissionsschutzrechtliche Zulässigkeit der Heizung prüfen.

Die Heizanlage soll zudem mit einem Feinstaub-/Partikelabscheider ausgestattet werden, um mögliche nachteilige Auswirkungen auf die umliegenden Wohnhäuser zu unterbinden. Ebenso sind zur Vermeidung von Staubbelastungen geeignete Maßnahmen bei der Anlieferung der Hackschnitzel zu treffen.

Darüber hinaus muss der Kamin den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Das heißt, dass dessen Mündung mindestens einen Meter über den Oberkanten von den Fenstern der umliegenden Häusern liegen muss. Nachdem unter anderem die Fenster der alten Schule davon betroffen sind, müsste der Kamin statt elf nun zwölf Meter hoch werden.

Weitere Nachrichten aus der Gemeinde Mammendorf finden Sie hier.

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