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Die Sonne spitzelt über den Waldrand: Diese und viele weitere Impressionen hat Fotograf Robert Hoiss im Laufe der Jahre festgehalten. 

Ausstellung in der Mittelschule

Moorfotograf zeigt Eindrücke aus zehn Jahren

Mammendorf – Seit zehn Jahren fotografiert Robert Hoiss regelmäßig das Haspelmoor. Die Bilder sind nun in einer Ausstellung zu sehen. Gezeigt werden aber nicht nur Landschaftsaufnahmen.

Robert Hoiss hat sich der Naturfotografie verschrieben.

Robert Hoiss zählt zu den Gründungsmitgliedern der Fotogruppe Mammendorf, die im Juli ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Ausstellung gefeiert hat. Ebenso lange durchstreift Hoiss das Haspelmoor. Am morgigen Donnerstag können Interessierte die dort entstandenen Bilder bei einer Audiovisions-Schau bewundern. Musikalische Töne und Kommentare von Hoiss sollen den Eindruck der Fotografien verstärken.

„Mit meinem Vortrag möchte ich die Besucher für das landschaftliche Juwel vor unserer Haustür begeistern, das in jüngster Vergangenheit immer wieder durch Torfabbau und Versuche wirtschaftlicher Nutzung gefährdet war. Zugleich will ich für dessen Schutz werben“, sagt der Moorfotograf.

Einst entstand das Haspelmoor, das neben dem Kendlmühlfilz im Landkreis Traunstein das einzige Hochmoor Oberbayerns im Altmoränengürtel ist, als Gletschersee in einem Toteisloch. Das seit 1985 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Haspelmoor erstreckt sich auf einer Fläche von 157 Hektar und erreicht einschließlich der umliegenden Feucht- und Torfgebiete eine Größe von fast 370 Hektar. „Viele Tiere und Pflanzen finden im Haspelmoor letzte Rückzugsmöglichkeiten“, informiert Hoiss. Ein Großteil davon stehe auf der Roten Liste und gilt dadurch als bedrohte Tier- oder Pflanzenart. „Sie haben hier zum Teil ihr einziges Vorkommen in ganz Oberbayern.“

Bei seiner Schau macht Hoiss auch einen Abstecher ins Rote Moos, das durch die Bahnlinie Augsburg-München vom Haspelmoor getrennt ist und seit einiger Zeit renaturiert wird. Es wird geprägt durch Wasser- und Sumpfflächen mit gelben Schwertlilien und Unmengen von Fröschen. „Ringelnatter und Kreuzotter bekommt man recht selten zu sehen“, bemerkt Hoiss. Eidechsen seien hingegen recht heimisch. Im Frühjahr blüht zusammen mit der Rausch- und der Heidelbeere die Lavendelheide, ein sonst unscheinbares und extrem seltenes Pflänzchen. Im Frühsommer, wenn die Fruchtstände des Wollgrases im Wind wogen, verwandeln sie weite Teile des Haspelmoors in ein weißes Meer. „Und im Hochsommer kommt die Besenheide zur Blüte und färbt die Landschaft rosarot“, schwärmt Hoiss. Viele Libellen haben sich einen kleinen See zur Heimat auserkoren. Ganz versteckt, findet man auch ein einzigartiges Areal vor: „den Sumpf“, wie es von den Ortskundigen genannt wird.

Die Audiovisions-Schau

findet am morgigen Donnerstag ab 19.30 Uhr im Vortragsraum der Mittelschule statt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

von Dieter Metzler

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