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Prüfung zum Rettungshund geschafft: Dieses Duo ist bereit, Leben zu retten

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Von: Helga Zagermann

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Stolz: Lena Straubinger (23) und ihr geprüfter Rettungshund Charly.
Stolz: Lena Straubinger (23) und ihr geprüfter Rettungshund Charly. © tb

Wenn Hund Charly eine Fläche oder ein Waldstück absucht, dann kann es um Leben oder Tod gehen. Denn der sechs Jahre alte Labrador-Mischling ist ein Rettungshund. Mit Besitzerin Lena Straubinger (23) sucht er nach Vermissten. Zum Ernstfall kam es zwar noch nicht, aber die Prüfung hat das Duo aus Mammendorf mit Bravour gemeistert.

Mammendorf – Stolz zeigt Lena Straubinger die Urkunde vor, die sie als geprüfte „Rettungshundeführerin Fläche“ und Charly als ihren tierischen Partner ausweist. Bei der Flächensuche sucht ein Team, bestehend aus einem geprüften Hund und seinem Hundeführer, ein vorgegebenes Areal nach vermissten Personen ab. Anders ist das Vorgehen beim Mantrailing – hier folgt das Tier einer Fährte. Es muss aber dazu an der Leine gehen, erklärt die 23-Jährige. Und ihr Charly sei eher freiheitsliebend und lieber ohne Leine in der Fläche unterwegs.

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Bei der Prüfung mussten sie und der Hund auf einer Fläche von 50 000 Quadratmetern in 30 Minuten drei versteckte Personen finden. Hat geklappt. Hauptsächlich dank Charly, wie Straubinger sagt: „Er hat mich gerettet. Er hat gemerkt, dass ich sehr aufgeregt bin, und ist deshalb besonders ruhig und konzentriert seiner Aufgabe nachgegangen.“ So ist das Duo nun offiziell Mitglied der Rettungshundestaffel-Sektion Pöcking-Starnberg der DLRG

Die 23-Jährige hofft, dass sich Charly bald im Erstfall beweisen kann – und dann mit Erfolg. Denn ein Erfolgserlebnis braucht der Hunde, „sonst verliert er auf Dauer den Spaß“. Einstweilen verschafft sie ihm im wöchentlichen Training die notwendigen Erfolgserlebnisse.

Fünf Jahre haben Lena Straubinger und ihr Charly gebraucht, bis sie alle Prüfungen abgelegt hatten. Zu schaffen gewesen wäre das auch in ein bis zwei Jahren, berichtet die 23-Jährige. Aber sie wollte vorrangig ihre Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren – mittlerweile arbeitet sie bei einem ambulanten Pflegedienst. Und dann kam ja noch die Corona-Pandemie dazwischen.

Es war aber auch viel zu lernen, mit Charly und ohne ihn, meist am Wochenende. So musste sich Lena Straubinger zur Rettungsschwimmerin ausbilden lassen, zwei Module im Sanitätsdienst absolvieren, Fortbildungen zu Kartenkunde, Kompassnutzung, Navigation und Funk machen, als Helferin bei über 20 Sucheinsätzen dabei sein und etwas über das Verhalten von Hunden lernen. Was alles zu leisten ist, wusste sie, weil ihr Vater Ausbilder in der DLRG-Sektion ist und ihre Schwester mit einem früheren Familienhund auch als Hundeführerin aktiv ist.

Als klar war, dass auch Lena diesen Weg gehen will, suchte die Familie in Tierheimen nach Welpen. Vater Fredi Straubinger entdeckte während einer Geschäftsreise einen, in einem Heim in Selb. Charly war der einzige aus dem Wurf, der zum Mammendorfer kam und sich streicheln ließ. Und er war der einzige Welpe, der noch nicht vergeben war.

Hund soll Spaß an Suche haben

Trotzdem nahm ihn Straubinger nicht gleich mit – seine Tochter sollte entscheiden. Er fuhr die dreieinhalb Stunden heim nach Mammendorf, berichtete kurz, dann setzten sich alle sofort ins Autos und fuhren ins Fichtelgebirge. Lena Straubinger und Charly verstanden sich, seitdem lebt der Hund bei der Familie in Mammendorf. Seine Ausbildung begann, als er ein Jahr alt war. Die 23-Jährige ließ es auch deshalb langsam angehen, weil die Lernfähigkeit des Hundes das Tempo vorgibt – sie wollte Charly keinen Druck machen. „Wichtig ist generell, dass die Hunde nicht zu etwas gezwungen werden. Sie sollen Spaß an der Suche haben.“

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