Schäferhunde blicken an der Kamera vorbei.
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Hunde zu besitzen wird teurer.

70 Euro für ein Tier

Auch Mammendorf erhöht die Hundesteuer - andere Orte werden folgen

  • vonDieter Metzler
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Hundebesitzer in Mammendorf müssen künftig für ihre geliebten Vierbeiner tiefer in die Tasche greifen: Der Gemeinderat entschied mit 11:3-Stimmen, die Hundesteuer zum Januar 2021 anzuheben.

Mammendorf – „Ich denke, nach knapp zehn Jahren nach der letzten Erhöhung handelt es sich um eine moderate Steuererhöhung“, meinte Bürgermeister Josef Heckl (BGM). Die acht Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf haben mit Ausnahme von Adelshofen und Althegnenberg (beide 50 Euro) seit über neun Jahren unverändert einen Steuersatz von 60 Euro für den ersten Hund.

Von der Verwaltung war deshalb angeregt worden, gleich hohe Sätze im Bereich der VG festzusetzen, damit eine Gleichbehandlung erzielt wird. Auch der Bürgermeisterausschuss der VG hatte diese einheitliche Lösung befürwortet.

Veraltete Luxussteuer?

Gegen die Erhöhung stimmte Dritter Bürgermeister und Hundebesitzer Manfred Heimerl (FW). „Ich finde es nicht gerecht, dass nur Hunde besteuert werden. Keine Pferde, keine Katzen, keine anderen weiteren Tiere. Nur die Hundebesitzer werden zur Kasse gebeten“, meinte er.

Verena Halbritter (Grüne) meinte gar, dass einige Länder diese veraltete Luxussteuer längst abgeschafft haben, die ihrer Meinung nach noch aus dem Mittelalter stamme. Sie empfinde es ebenso als Ungleichbehandlung gegenüber anderen Tierbesitzern. Sie halte die Erhöhung für fraglich, weil sie sich nicht vorstellen könne, dass die 11 000 Euro, die die Gemeinde insgesamt pro Jahr durch die Steuer einnimmt, für Hundekotbeutel ausgegeben werden. Für ungerecht halte sie die Erhöhung für einen zweiten und jeden weiteren Hund, da eine artgerechte Haltung erst vorliege, wenn ein Hunderudel vorhanden sei.

Gar als lächerlich empfindet Halbritter die Bestimmung in der neuen Satzung, dass für Tierheim-Hunde eine Ermäßigung gewährt wird. „Wenn man einen Hund schon aus dem Tierheim holt, dann sollte dafür Steuerfreiheit gewährt werden“, meinte sie.

Ab Januar 2021 beträgt die Hundesteuer für den ersten Hund 70 Euro (vorher 60 Euro), für den zweiten 120 Euro (vorher 100 Euro), für jeden weiteren 150 Euro (vorher 125 Euro), für Kampfhunde 700 Euro (bisher 600 Euro).

Erst unlängst hatte Egenhofen die Steuer für Kampfhunde erhöht.

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