Klimapaket der Bundesregierung
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Das dritte Mammendorfer Windrad wird es nicht geben.

Kaum umsetzbar

Mammendorf legt angedachtes Windrad auf Eis

  • VonDieter Metzler
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Jahrelang hatte die Gemeinde an den Planungen für ein zweites Windrad auf Mammendorfer Flur festgehalten. Jetzt liegt das Projekt offiziell auf Eis. Es gebe zu viele Hindernisse, hieß es im Gemeinderat. In nächster Zeit sei das Windrad nicht umzusetzen. Ganz streichen von der Wunschliste will man das Projekt aber nicht.

Mammendorf – Werner Zauser (FW), ehemaliger Energiereferent und bei Ziel 21 für Windkraft zuständig, informierte den Gemeinderat über den Stand bei der angedachten Windkraftanlage „Mammendorf Nord“. Zuletzt war der Kommune sogar ein sogenannter Windrad-Kümmerer an die Seite gestellt worden. Doch auch das wird nichts daran ändern, dass Vorgaben das Vorhaben ausbremsen. Zwar können Kommunen die 10-H-Regelung (sie schreibt vor, dass ein Windrad einen Mindestabstand vom Zehnfachen seiner Höhe zur nächsten Wohnbebauung einhalten muss) umgehen, indem sie durch einen Bebauungsplan Baurecht für ein Windrad schaffen. Doch es bleiben andere Hürden, so Zauser: „Momentan sind es zwei, an denen wir so richtig hängen.“ Das sind die naturschutzfachlichen Untersuchungen nach dem Bayerischen Windenergieerlass (BayWEE) sowie die Radarmindestführungshöhe für militärische wie zivile Fliegerei.

Regelungen sehr schwammig

Der Erlass regelt, dass naturschutzfachliche Untersuchungen für einen Standort über die Dauer von einem Jahr durchzuführen sind. Die Regeln dafür sind laut Zauser aber „sehr schwammig“ formuliert. Das nutze insbesondere der Verband für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB): „Die haben es geschafft, in den letzten zwei, drei Jahren alle Verfahren von Windrädern zu Fall zu bringen.“ Allein in Bayern wurden so 17 genehmigte Projekte gestoppt. Deshalb empfiehlt das Ingenieurbüro Sing aus Landsberg der Gemeinde, mit dem Windkraftprojekt erst weiterzumachen, wenn der BayWEE geändert wurde. Zuletzt wurde zwar eine Arbeitshilfe herausgegeben, aber auch diese wird nach Ansicht von Experten bei Klagen nicht helfen.

Zweites Hindernis: die Radarmindestführungshöhe, Minimum Vectoring Altitude (MVA): Die MVA ist die niedrigste Flughöhe, die einem Piloten vom Fluglotsen im Normalbetrieb zugewiesen werden darf. Mammendorf ist laut Zauser durch die MVA Lechfeld und MVA München. eingeschränkt. „Das hat für unser geplantes Windrad zur Folge, dass es nur mit einer Höhe von maximal 178,52 Meter gebaut werden dürfte“, berichtet Zauser. „Das lässt einen wirtschaftlichen Betrieb kaum zu.“

Zausers Fazit: Derzeit machten weitere Planungen keinen Sinn. Wenn es für die Höhenbeschränkungen keine Ausnahmeregelung geben wird, sei der Bau von Windrädern im westlichen Oberbayern tot. Man müsse die Entwicklung abwarten, sagte er: „Unseren Standort halte ich aber nach wie vor für gut.“

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