Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge tun sich schwer mit dem Minikreisel.
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Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge tun sich schwer mit dem Minikreisel.

Mammendorf

Behörden drängen auf Rückbau: Riesen-Wirbel um Mini-Kreisel

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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  • Dieter Metzler
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Der Mini-Kreisel in der Mammendorfer Bahnhofstraße ist erneut in die Schlagzeilen geraten. Weil die Mittelinsel erhöht worden ist, müssen Busse und andere lange Fahrzeuge nun auf den Gehweg ausweichen. Polizei und Landratsamt empfehlen einen Rückbau.

Mammendorf – Seit Jahren schon wird darüber diskutiert, wie die Verkehrssicherheit an dem Kreisel – vor allem für Fußgänger und Radler – verbessert werden kann. Denn etliche Autofahrer fuhren einfach geradeaus über die gepflasterte Mittelinsel. Einiges wurde schon ausprobiert, richtig zufrieden waren die Mammendorfer aber nie.

Ein Bus am Mini-Kreisel.

Der jüngste Umbau, bei dem der Kreisel um acht auf 16 Zentimeter erhöht wurde, sorgt nun für Spott und Häme – vor allen in den sozialen Netzwerken. Von einem Schildbürgerstreich ist gar die Rede. Alt-Bürgermeister Johann Thurner, in dessen Amtszeit der Kreisverkehr errichtet worden ist, findet ebenfalls harte Worte: „Jetzt ham’s so richtig in den Dreck nei g’langt.“ Das sei eine Fehlplanung gewesen.

Das sagt der ÖPNV-Experte

„Der erhöhte Mammendorfer Mini-Kreisel bringt den kompletten Fahrplan im westlichen Landkreis durcheinander“, sagt Hermann Seifert, ÖPNV-Experte im Landratsamt. Haltestellen könnten nicht mehr angefahren werden, Umsteigeverbindungen seien nicht mehr so gegeben. Problematisch findet Seifert vor allem, dass die Schule nicht mehr direkt angebunden ist. Auch der Bereich um die Schule sei vom ÖPNV abgekoppelt. Deshalb fordert er: „Der Kreisverkehr müsste rückgebaut werden.“

Wie Seifert erklärt, sei das Landratsamt in den Umbau insofern eingebunden gewesen, als dass es von der Gemeinde Mammendorf darüber informiert worden sei. „Es wurde gesagt, dass umgebaut wird, und wir haben gesagt, sie sollen es in den Osterferien machen“, erklärt Seifert. „Wir haben aber keinerlei Pläne erhalten.“ Er habe noch darauf hingewiesen, dass die Verkehrsunternehmen mit einzubeziehen sind und dass man weiterhin über die Mittelinsel fahren können muss. Auch der MVV habe das angemerkt, so Seifert.

Die Stellungnahme der Polizei

„Der Kreisel muss rückgebaut werden, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, wenn Busse und Lkw auf den Gehweg ausweichen müssen“, erklärt Oliver Erhardt, Verkehrsexperte der Brucker Polizei. Auf Anfrage der Gemeinde Mammendorf habe er geprüft, ob es Ausnahmen für das Befahren von Gehwegen gibt. „Ich habe keine gefunden.“ Ob letztlich rückgebaut wird, entscheide die Gemeinde. Die Fachaufsicht liege aber beim Landratsamt. Dieses könne Mammendorf zum Rückbau auffordern.

Busunternehmen fordert Rückbau

Das Busunternehmen Enders teilt auf Nachfrage mit, dass der Kreisel entweder um mindestens zwölf Zentimeter abgesenkt werden oder die Linienführung der Busse geändert werden muss. Dem Unternehmen gehe es dabei nicht um eine eventuelle Beschädigung der Fahrzeuge, sondern um die Gefährdung der Fußgänger. Immerhin würde der Bus 2,80 Meter in den Gehweg ragen. Nicht auszudenken, wenn da ein Kind mit dem Roller um die Ecke komme. Das Busunternehmen Neumeyr wollte sich nicht äußern.

Gemeinde sucht nach Lösung

Die Gemeinde will nun nach einer Lösung suchen, mit der alle Beteiligten leben können. Man habe bereits Lösungsansätze im Kopf, erklärte Vize-Bürgermeister Peter Muck nach einem Ortstermin mit den Fachstellen und den Busunternehmen. Man wolle aber erst mit allen Beteiligten sprechen. Das Ergebnis soll dann in der Gemeinderatssitzung am 4. Mai vorgestellt werden. Dieses Mal wolle man sich nicht den Vorwurf machen lassen, keine Stellungnahme eingeholt zu haben. Wie Bürgermeister Josef Heckl einräumte, habe sich die Gemeinde mit dem Umbau in eine unglückliche Situation gebracht.

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