Der Kern der Meinungsverschiedenheit: der geplante Anbau an der Nordseite des Gebäudes mit Aufzug und Treppenhaus.
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Der Kern der Meinungsverschiedenheit: der geplante Anbau an der Nordseite des Gebäudes mit Aufzug und Treppenhaus.

Mammendorf

Sanierung der Alten Schule wird teurer

  • vonDieter Metzler
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Die Sanierung der Alten Schule in Mammendorf wird teurer als geplant. Die Kosten steigen von ursprünglich erwarteten 2,6 Millionen auf drei Millionen Euro. Ein Grund ist auch, dass die Regierung von Oberbayern es ablehnt, einen geplanten Außenaufzug in voller Höhe zu bezuschussen.

Mammendorf – Die Musikschule, die Bücherei und die beiden Grundschulklassen sind bereits aus dem Gebäude der Alten Schule ausgezogen. Eigentlich hätte schon mit der Sanierung begonnen werden können. Doch diese verzögert sich wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gemeinde und der Regierung von Oberbayern, wie Bürgermeister Josef Heckl (BGM) bei der Sitzung des Gemeinderates sagte.

Kern der Auseinandersetzung ist der geplante Außenaufzug mit zweitem Treppenhaus auf der Nordseite des Gebäudes. So soll auch ein zweiter Rettungsweg entstehen, der laut Brandschutzverordnung notwendig ist. Doch die Regierung von Oberbayern ist der Auffassung, dass der zweite Rettungsweg sozusagen als Anbau nicht erforderlich ist, erklärte Heckl.

Eine Stahltreppe würde laut Regierung ausreichen. Deshalb wolle sie die Kosten für den zweiten Rettungsweg nicht in voller Höhe bezuschussen. „Wir halten ihn aber aufgrund der unterschiedlichen und sehr vielseitigen Nutzung des Gebäudes für notwendig“, so der Rathauschef.

Das mit der Sanierung beauftragte Architekturbüro hat errechnet, was es kostet, den Außenaufzug zu realisieren, und was es kostet, die Stahltreppe zu errichten. Durch den zweiten Rettungsweg im Anbau würden Mehrkosten in Höhe von 117 000 Euro entstehen. Es sei davon auszugehen, so Heckl, dass der Differenzbetrag nicht gefördert wird.

Im Bauausschuss war das Thema bereits behandelt worden. Das Gremium hatte die Stahltreppe abgelehnt – sowohl aus ästhetischen als auch aus Gründen des Brandschutzes. Es hielt an der bisherigen Planung fest. Denn sollte das zweite Treppenhaus nicht gebaut werden, müsste das bestehende ertüchtigt werden. „Da würde der Charme des Gebäudes darunter leiden“, sagte Heckl.

Doch nicht nur die fehlende Förderung machen die Sanierung der Alten Schule teurer. Auch eine zusätzliche Lüftungsanlage, weitere Baumeisterarbeiten sowie ein Mehraufwand bei der Elektroverteilung und weitere Kleinigkeiten treiben die Kosten in die Höhe.

Anton Fasching (BGM) war über die Aussage der Regierung von Oberbayern, „einen zweiten Rettungsweg benötige man nicht“, sehr verwundert. Zusammen mit den Architekten habe man ein zukunftsfähiges Gebäude auf den Weg gebracht, meinte Benjamin Miskowitsch (CSU). „Das hat die Regierung von Oberbayern wohl nicht ganz verstanden. Die haben nur auf die Ist-Nutzung geschaut. Das kann sich aber bei so einem Gebäude, das mit so viel Leben gefüllt werden soll, ja auch wieder verändern.“

Letztlich sprach sich der Gemeinderat dafür aus, am geplanten Entwurf zur Sanierung der Alten Schule mit dem Anbau eines zusätzlichen Treppenhauses mit Aufzug an der Nordseite des Gebäudes festzuhalten. Das Gremium votierte geschlossen dafür.

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