Ein Parkdeck in Waldram.
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Ein Parkdeck in Waldram.

Mammendorf

Viel zu teuer: Nein zu Parkdeck an S-Bahn

  • vonDieter Metzler
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Am S-Bahnhof in Mammendorf wird kein Parkdeck gebaut. Vor allem die Kosten von einer Million Euro führten zur Ablehnung des Gemeinderats.

Mammendorf – Die Parkplätze an der S-Bahn in Mammendorf sind seit Jahren knapp. Weil es aber auch grundstücksmäßig eng zugeht, könnte nur ein Parkdeck die Lösung bringen. Daher hatte der Gemeinderat im Februar eine Studie in Auftrag gegeben. Nun lag das Ergebnis vor.

Der Bau eines Parkdecks wäre aufgrund der aufwändigen Auffahrtsrampe nur im südwestlichen Bereich des Parkplatzes möglich. Auf dem Parkdeck könnten 26 Plätze entstehen, wobei sechs Parkplätze auf der unteren Ebene entfallen müssten, um die Stützen für das Bauwerk errichten zu können. Somit könnten letztlich nur 20 zusätzliche Stellplätze entstehen.

Schreck über die Kosten-Nutzung-Rechnung

Er sei regelrecht erschrocken, als ihm die Kosten-Nutzen-Rechnung vorlag, sagte Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft Mammendorf/BGM). Der Bau wird auf 930 000 Euro geschätzt. Ein Stellplatz würde also 46 500 Euro kosten. Zum Vergleich: Ein ebenerdiger Parkplatz ist für rund 3500 Euro zu haben. Hinzu kämen noch die Unterhaltskosten von jährlich 11 115 Euro für die Anlage.

Bei einer Fertigstellung des Parkdecks bis zum Jahr 2022 würde die Gemeinde eine Förderung von 80 Prozent erhalten, danach immerhin noch 60 Prozent. Trotzdem beschloss der Gemeinderat einstimmig, derzeit von dem Projekt Abstand zu nehmen – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Die Kosten für 20 Parkplätze seien enorm hoch.

Andere Lösungen

Derzeit seien zahlreiche Parkplätze frei, meinte Bürgermeister Heckl in der Diskussion. „Aber das wird sich sicher wieder ändern, wenn Corona vorbei ist – auch wenn das Thema Homeoffice nicht so schnell vorbei sein wird.“ Man werde die Lage weiter beobachten. Im Übrigen würden die zusätzlichen Parkplätze wohl mehr für Pendler aus Nachbarorten als für die Mammendorfer gebaut werden, fügte Heckl noch hinzu.

Sowohl Anton Fasching (BGM), der als Vergleich die Kosten eines Stellplatzes in der neuen Tiefgarage des Anbaus der Verwaltungsgemeinschaft heranzog, als auch Stefan Bauer (FW) hielten die Kosten für einen Stellplatz für „unwirtschaftlich ohne Ende“. Bauer sagte: „Ich bin im Moment nicht bereit, dem Antrag zuzustimmen, auch wenn der Parkplatz demnächst wieder voll ist. Da müssen andere Lösungen gefunden werden.“

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