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Rund 80 Bürger kamen ins Bürgerhaus Mammendorf, um sich über die Entwicklung ihres Ortes zu informieren. 

Bürgergespräch

Mammendorfer diskutieren über Ortsentwicklung

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Wie wird sich mein Ort entwickeln? Das wollten rund 80 Einwohner wissen, als sie zum Thema „Mitten in Mammendorf“ ins Bürgerhaus gekommen sind.

Mammendorf –  Es war das erste Bürgergespräch zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), das Bürgermeister Josef Heckl (FW) organisiert hat. Neben Gemeinderäten, Vereins- und Jugendvertretungen informierten sich auch Bauamtsleiter Markus Hörmann und der im Ort lebende CSU-Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch.

Bevor sich die Bürger mit ihren Vorschlägen einbringen konnten, stellten die beiden Stadtplanerinnen eines Architektenbüros die wichtigsten Ergebnisse ihrer Bestandsanalyse vor. Vorab konnten sich die Besucher an zahlreichen Schautafeln über die Ergebnisse informieren.

Der Untersuchungsbereich umfasste den alten Ortskern entlang der Augsburger- und der Münchner Straße. Ein etwa 14 Hektar großes Gebiet zwischen Freiwilliger Feuerwehr und der katholischen Kirche St. Jakob. Dabei ergaben sich erste Impulsobjekte, die die Gemeinde angehen sollte: die Stärkung der Ortsmitte, der Schutz der vorhandener Grünräume sowie deren Ergänzung, die Übersetzung der historischen Strukturen in die heutige Zeit und die Schaffung attraktiver Plätze abseits des Verkehrs. Im Vorfeld hatte die Gemeinde im Rahmen des Städtebau-Förderungsprogramms „Soziale Stadt“ einige Vorhaben favorisiert: die Überprüfung der wenigen grünen Oasen im Ort, die Gestaltung des Rathausplatzes, die Umgestaltung der Alten Schule, sowie ein Nutzungskonzept des Schamberger Hauses.

Ziel der Veranstaltung sollte sein, dass sich die Planungen nicht ausschließlich an fachlichen Aspekten orientieren, sondern Bürgermeinungen ebenfalls miteinbezogen werden. In der Bestandsanalyse wurde auf die vergangene Ortsentwicklung und auf den aktuellen Stand eingegangen. Dabei wurde unter anderem der Verkehr, die Grünflächen und die soziale Infrastruktur untersucht, um festzustellen, wie sich der Ort gesamtheitlich in den nächsten Jahren weiter entwickeln könnte.

In der Diskussion mit den Bürgern kristallisierte sich die stark befahrene Bundesstraße als ein Schwerpunkt heraus. Die Bürger wünschen sich den Verkehr aus dem Ort und mehr Querungshilfen. Rathauschef Heckl erinnerte daran, dass die Verlegung der B2 als vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2030 stehe und mit der Planung wohl 2024 begonnen werde. Eine Querungshilfe soll am Gasthof Schilling gebaut werden, versprach Heckl. Weitere Ampeln möchte die Gemeinde nicht, weil sich der Verkehr dann noch mehr stauen würde.

Mehr und bessere Radwege sowie überdachte Bushäuschen stehen auch auf der Wunschliste der Bürger. Ein verbesserter Öffentlicher Nahverkehr sei nur durch eine verstärkte Nutzung zu erreichen, meinte die Planerin. Aufgrund der vielen Verkehrsfragen könnte man gern einen Verkehrsplaner mit ins Boot nehmen, schlug Heckl vor.

Leerstand und Baulücken sollte man möglichst beseitigen. Sie wirken sich negativ auf einen Ort aus, sagte die Stadtplanerin. Aber wenn Eigentümer nicht mitziehen, würde es schwierig. Man sollte ferner die Flächenversiegelung vermeiden, so ein Bürger. Aber: „Das haben wir alles schon mal gehabt“, erinnerte ein Bürger an einen Ortsentwicklungsplan aus den 1970-Jahren. 

Auch interessant: Die Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck.

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