Das ZDF-Team befragte Bürger nach ihrer Meinung zum Mammendorfer Kreisel-Desaster.
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Das ZDF-Team befragte Bürger nach ihrer Meinung zum Mammendorfer Kreisel-Desaster.

ZDF–Beitrag am Wochenende

Mammendorfer Mini-Kreisel bundesweit im TV zu sehen

  • VonDieter Metzler
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Der viel diskutierte Mammendorfer Mini-Kreisel wird wieder umgebaut. Rund 18 000 Euro wurden in den Sand gesetzt. Nun berichtet auch das Fernsehen über die Baumaßnahme.

Update 6. Mai, 15.41 Uhr: „Das ist ja der Hammer!“: Der zuletzt viel gescholtene Mammendorfer Mini-Kreisel hat es nun auch ins bundesweite Fernsehen geschafft. Am Samstag, 8. Mai, ab 17.05 Uhr im ZDF (Länderspiegel) und am Sonntag, 9. Mai, ab 10.30 Uhr auf Phönix wird ein Beitrag über die derzeit am meisten diskutierte Baumaßnahme in Mammendorf gesendet.

ZDF-Reporter Ludwig P. Klug und sein Kameramann waren nach Mammendorf gekommen, um die Bürger über den Mini-Kreisel zu befragen. Wind von der Problemstelle für Busse, Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge hatte Klug über ein Schreiben einer Bürgerin erhalten. Eine weitere Recherche im Internet führte den ZDF-Reporter zu den jüngsten Artikeln des Fürstenfeldbrucker Tagblatts – und überzeugte ihn endgültig davon, eine Reportage unter der Rubrik „Hammer der Woche“ über die unsägliche Geschichte zu bringen. Das ZDF-Team befragte rund zehn Bürger, was sie von der Sache halten.

Nach einem Umbau in den Osterferien wird der Mini-Kreisel nächste Woche erneut umgebaut. Denn die jüngste Erhöhung der Kreisel-Innenfläche auf elf Zentimeter ist für Busse, Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht dauerhaft passierbar. Die Fahrer fürchten Schäden an den Reifen beziehungsweise sie müssten auf den Gehweg ausweichen, was die Fußgänger gefährden würde. dm

Rolle rückwärts im Mammendorfer Mini-Kreisel - Erhöhung wird wieder zurückgebaut

Erstmeldung vom 5. Mai, 17.54 Uhr: Mammendorf – Der Mammendorfer Mini-Kreisel – zuletzt eine Problemstelle für Busse, Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge – wird kurz nach dem Umbau erneut umgebaut.

Die Mitte des Mini-Kreisels wird wieder abgesenkt – und zwar schon nächste Woche. Das hat der Gemeinderat entschieden. Rund 18 000 Euro wurden in den Sand gesetzt.

Die Mitte des Mini-Kreisels ist zu hoch. Das hatte Busse, Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge vor Probleme gestellt. Jetzt wird wieder abgesenkt. (Archivfoto)

„Es allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“, zitierte Bürgermeister Josef Heckl (BGM) ein altes deutschen Sprichwort, das seiner Meinung nach perfekt auf die Situation mit dem Mini-Kreisel passe. Der Rathauschef räumte ein, dass sowohl Verwaltung als auch das beauftragte Ingenieurbüro Fehler gemacht haben. Beide hätten nicht ins Regelwerk geschaut, so Heckl. „Das kann man mir, der Verwaltung und dem Ingenieurbüro ankreiden.“

Die Regeln sehen laut Heckl eine maximale Höhe von fünf Zentimetern vor. Und da liegt der Kreisel derzeit deutlich darüber. Busse und größere Fahrzeuge können nicht mehr über die Mittelinsel fahren und müssen auf den Gehweg ausweichen. Das hatte für großen Wirbel gesorgt.

Nun wurde mit allen Beteiligten – Polizei, ÖPNV, Busunternehmern und Mitgliedern des Gemeinderats – eine Lösung gefunden. Diese stellte Heckl dem Gremium vor. Der Kreisel wird so zurückgebaut, dass Lkw und Busse ihn ohne Probleme mit niedriger Geschwindigkeit überfahren können. Dabei wird die Mittelinsel durch ein etwa vier bis fünf Zentimeter hohes, oben abgerundetes Bord eingefasst, das sie deutlich von der asphaltierten Kreisfahrbahn abhebt. „Das wird zwischen 10. und 12. Mai durchgeführt, sodass die Busse ab 17. Mai wieder fahrplanmäßig fahren können“, sagte Heckl. Florian Simetsreiter (BGM) wollte wissen, was der Rückbau – also die Absenkung der Mitte – koste. Man müsse wohl nochmals mit der gleichen Summe rechnen, teilte der Bürgermeister mit.

Der Kreisel war in der Mitte erhöht worden, um Radfahrer besser zu schützen. Nach knapp einem Monat hat sich das für Heckl bewährt: „So diszipliniert und sicher ist es dort noch nie zugegangen.“ Doch Landwirte und Busunternehmer hatten sich über den Umbau beschwert. Der höhere Kreisverkehr hatte für Spott gesorgt – vor allem in sozialen Netzwerken. Damit könne er leben, so Heckl. Ihn ärgere vielmehr, dass man 18 000 Euro an Steuergeldern in den Sand gesetzt habe.

Weil die Busse derzeit wegen der erhöhten Mitte Probleme haben, den Kreisel zu passieren, fahren sie einige Haltestellen und damit auch die Schule nicht mehr an. „Das ist keine haltbare Situation“, sagte Heckl. Deshalb musste man umgehend reagieren. Von der Verweigerungshaltung der Busunternehmen sei er trotzdem ein wenig überrascht: „Vielleicht ist es eine Retourkutsche, weil wir sie im Vorfeld des Umbaus nicht in vollem Umfang eingebunden haben.“

Besonders ärgert Heckl, dass sich das Landratsamt nicht an die Vereinbarung gehalten habe, mit der Gemeinde zusammen eine Presseerklärung herauszugeben. „Auch, dass immer wieder hartnäckig von einer 16-Zentimeter-Höhe des Kreisels geschrieben wurde, ärgert mich, denn es sind nur elf Zentimeter.“

Heckl wiederholte im Gemeinderat die Aussage von Altbürgermeister Johann Thurner, die dieser dem Tagblatt gegenüber gemacht hatte: „Jetzt ham’s so richtig in den Dreck nei g’langt.“ Diese Aussage könne er nicht nachvollziehen, so Heckl: „Die Äußerung war gegenüber dem Gremium nicht angemessen.“ Dafür bekam der Rathauschef Beifall. Die ursprüngliche Entscheidung für den Kreisverkehr sei 2004/05 getroffen worden. Damals lag die Verantwortung beim Altbürgermeister.

Letztlich stimmte der Gemeinderat mit 16:1 dem erneuten Umbau des Mini-Kreisverkehrs zu. Zudem soll der Rechnungsprüfungsausschuss die Angelegenheit untersuchen. Das hatte Werner Zauser (FW) angeregt.

Der jüngste Umbau des Kreisels sorgte für Spott und Häme. Busse und Lkw ragten bei der Umrundung der Erhöhung gefährlich in den Gehweg rein.

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