Die Kurve reicht nicht mehr aus für Linienbusse. Sie müssen nun über den Gehweg oder die erhöhte Mittelinsel fahren.
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Die Kurve reicht nicht mehr aus für Linienbusse. Sie müssen nun über den Gehweg oder die erhöhte Mittelinsel fahren.

Umleitung für alle Linien nötig

Nach Umbau: Mammendorfer Mini-Kreisel ist jetzt eine Gefahr für Busse

  • vonDieter Metzler
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Um mehr Verkehrssicherheit zu schaffen, wurde der Mini-Kreisel an der Mammendorfer Bahnhofstraße umgebaut. Doch nun ist er zu einem gefährlichen Hindernis für Busse geworden.

Mammendorf – Alle Linien müssen umgeleitet werden. Und auch die Bürger sind wenig begeistert. „Ich find’s eigentlich ned lustig“, schreibt eine Facebook-Userin hinsichtlich des erst in den Osterferien umgebauten Mini-Kreisels. Sie spricht gar von einem Schildbürgerstreich. Viele Mammendorfer, vor allem aber die Busfahrer des ÖPNV, schütteln nur den Kopf über den neuen Kreisverkehr. Dieser ist um 16 Zentimeter erhöht worden, damit er nicht mehr so oft von Autofahrern überfahren wird. Zudem kam es an der Stelle schon öfter zu Unfällen mit Radlern.

Eine weitere Userin schreibt, dass sie hinter einem Bus hergefahren sei und dabei bemerkt habe, dass dieser Bus unmöglich um den Kreisel herumfahren konnte, ohne dass er trotz weitem Ausholen und Einlenken mit dem linken Hinterreifen zwangsläufig über die neue Erhöhung fahren musste. „Spätestens nach einem halben Jahr ist der linke Hinterreifen durch“, meint sie.

Schäden an Reifen und Karosserie befürchtet

Um ganze 16 Zentimeter wurde der Kreisel erhöht.

Wegen der Aufregung in den sozialen Netzwerken wurde ein gemeinsamer Ortstermin mit den Busunternehmen, dem Landratsamt und der Gemeinde anberaumt. Dabei wurde klar: Der Umbau hat die Verkehrssicherheit nicht erhöht. Im Gegenteil: Linienbusse könnten bei wiederholten Male des Passierens dauerhaft beschädigt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Denn die für Linienbusse erforderliche Schleppkurve sei nicht mehr gewährleistet. Die Busse müssten nun entweder über den Gehweg fahren oder über die deutlich erhöhte Mittelinsel. Letzteres führe im Dauerbetrieb zu Reifen- und Karosserieschäden.

Zudem habe sich auch die Ausfahrt aus dem Kreisel erschwert. Der Bus komme auf die Gegenfahrbahn beziehungsweise könne bei dort wartenden Fahrzeugen gar nicht mehr ausfahren.

Nur zwei Optionen: Über den Kreisel oder über den Gehweg

Auch Traktoren mit langen Anhängern haben Probleme beim Passieren des Kreisels.

Das hat das Tagblatt ebenfalls festgestellt. Bei einer zweistündigen Beobachtung des Kreisverkehrs am vergangenen Freitag wurde deutlich: Große Fahrzeuge wie Busse und Traktoren mit langen Hängern können den Engpass nur schwer passieren. Sie müssen notgedrungen in Kauf nehmen, über die Erhöhung in der Mitte zu fahren. Eine andere Möglichkeit ist, weit auszuholen und dann aber über die an allen Straßenzugängen abgeflachten Gehsteige zu fahren. Fußgänger müssen dabei ständig auf der Hut sein, wenn sie dort gehen und gegebenenfalls stehen bleiben.

Wie soll es nun weitergehen? Die Busse werden vorerst umgeleitet. Doch auf die Schnelle sei keine Lösung möglich, heißt es von Seiten des Landratsamts.

Das ändert sich beim Fahrplan

Linie 810 zwischen Geltendorf und Mammendorf: Der Bus fährt über die nördliche Bahnhofstraße und die Malchinger Straße, es entfallen die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“.
Linie 822 zwischen Mammendorf, Jesenwang und Fürstenfeldbruck: Der Bus fährt über die nördliche Bahnhofstraße und die Malchinger Straße, es entfallen die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“. Ausnahme: Bis einschließlich Freitag, 23. April, werden die Fahrten, die einen Halt an der Schule Mammendorf haben, noch regulär durchgeführt, sofern es die Verkehrssicherheit erlaubt.
Linie 829 mit Schulfahrten von und nach Mammendorf: Bis einschließlich Freitag, 23. April, werden diese noch regulär durchgeführt, sofern es die Verkehrssicherheit erlaubt. Danach entfallen die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“. Der Bus fährt statt der Haltestelle „Schule“ die Haltestelle „Mammendorf Bahnhof“ an.
Linie 838 zwischen Tegernbach, Oberschweinbach, Mammendorf und Fürstenfeldbruck: Der Bus fährt über die nördliche Bahnhofstraße, die Eichenstraße und die Ahornstraße, es entfal-len die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“, „Münchner Straße“, „Pfarrkirche“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“. Fahrgäste mit Ziel Mammendorf Ort müssen auf die Linien 822 und 839 umsteigen.
Linie 839 zwischen Tegernbach, Hattenhofen, Mammendorf und Fürstenfeldbruck: Der Bus fährt über die nördliche Bahnhofstraße und die Malchinger Straße, es entfallen die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“. Zwischen Hattenhofen und Mammendorf Bahnhof werden die Haltestellen „Münchner Straße“, „Pfarrkirche“ und „Aicher Straße“ bedient, zwischen Mammendorf und Fürstenfeldbruck müssen sie leider entfallen.
Linie 889 mit Schulfahrten von und nach Mammendorf: Es entfallen die Haltestellen „Michael-Aumüller-Straße“ und „Schule“ sowie vom Bahnhof Mammendorf kommend die Haltestelle „Lessingstraße“.

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