Bürger-Anlage geplant

Neues Windrad im Nannhofer Wald?

Die beiden im Landkreis bislang einzigen Windräder im Süden Mammendorfs laufen auf Hochtouren. Nun steigt die Gemeinde in Planungen für einen neuen Windkraftstandort an den Grenzen zu Oberschweinbach und Hattenhofen ein. Es soll eine Bürgerbeteiligungsanlage werden.

Mammendorf – In einer Sondergemeinderatssitzung in Spielberg haben die Vertreter der Gemeinden Mammendorf, Oberschweinbach und Hattenhofen bereits intern die mögliche Standortfläche im Nordwesten Mammendorfs diskutiert. Nun wurde diese bei einem Infoabend im Bürgerhaus den Bürgern präsentiert.

Ermittelt hat die potenzielle Fläche für ein drittes Windrad Ingenieur Robert Sing aus Landsberg. Als Maßstab hat er einen Abstand von mindestens 1000 Metern zur geschlossenen Ortschaft und mindestens 800 Meter zu so genannten Außenbereichsanwesen genommen. Dieser Abstand ist möglich, da Kommunen durch das Aufstellen eines Bebauungsplans die 10H-Regelung umgehen können. Wie Sing in einer Visualisierung verdeutlichte, befinden sich auf Mammendorfer Flur aber selbst mit diesen abgeschwächten Kriterien kaum mehr Möglichkeiten für ein weiteres Windrad.

Realisierung dauert mindestens drei Jahre

Ein weiterer Ausschlussgrund: die Höhenlage. Diese ist am Fuchsberg mit 560 Meter über Null am ausgeprägtesten. „Wir haben geschaut, ob wir bei den zwei Anlagen auf der südlichen Fläche nachverdichten können“, sagte Sing. Doch es sei dort nicht möglich, weil sonst ein „Windklau“ bei einer der bereits vorhandenen Anlagen entstehen würde und somit auf Dauer ein Insolvenzrisiko bestünde.

Infrage kommt laut der Untersuchung also nur der zweithöchste Punkt der Gemeinde Mammendorf im Nordosten, der eben an Oberschweinbach und Hattenhofen grenzt. Dabei handelt es sich um einen bewaldeten Standort. Würde man sich für ein Windrad entscheiden, würde in diesem Gebiet der Flächenverbrauch etwa 5000 Quadratmeter betragen. Danach könnte aufgeforstet werden.

Sing berichtete von den positiven Erfahrungen der Bürgerwindprojekte in Lamerdingen (Ostallgäu), Berg (Landkreis Starnberg) und Fuchstal (Landkreis Landsberg). Die Bürgerbeteiligung am Windrad erläuterte der Ingenieur am Beispiel GmbH und Co. KG. Die Anteilseigner fungieren dort als Kommanditisten, also beschränkt haftende Gesellschafter. „Die Gewinne fließen direkt in die Gesellschaft“, so Sing.

Er skizzierte das weitere Vorgehen im Falle einer Entscheidung pro Windanlage. So müsste die Gemeinde Mammendorf zunächst einen Bebauungsplan aufstellen, ehe die ornithologische Kartierung erfolgen würde. Weil aber darüber hinaus die genauen Untersuchungen, ob sich der Standort überhaupt eignet, bis zu drei Jahre dauern könnten, käme die Gründung einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft frühestens 2019 infrage.

Günzhofener Bürger kritisieren Standort des Windrads

Dennoch wurde in einer anschließenden Diskussion mit den Bürgern klar, dass es in den betroffenen Gemeinden bereits jetzt auch kritische Stimmen zum geplanten Standort gibt (siehe Kasten oben). Auch wenn die Planungen noch in den Kinderschuhen stecken, wie Bürgermeister Josef Heckl immer wieder betonte.

Neben Ingenieur Sing referierte Energieexperte Michael Sterner aus Regensburg darüber, warum man die Energiewende vor Ort brauche. Er hob vor allem die Notwendigkeit der Errichtung von Stromtrassen in Süddeutschland hervor.

Aufhorchen ließ darüber hinaus die Aussage von Mammendorfs Energiereferent Werner Zauser, dass auf Oberschweinbacher und Hattenhofener Boden vom Flächenpotenzial her gar ein eigenes Windrad möglich wäre. „Wir müssen das Ganze größer denken“, forderte Zauser, der aber bei allen Vorteilen der Windenergie bezüglich des Ortsbildes ehrlich zugab: „Windräder verändern die Optik. Das ist so.“ In der Versammlung kam von Günzlhofener Bürgern Kritik am Windrad beziehungsweise Standort auf.

von Sebastian Öl

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