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In Mammendorf

Premiere: Auf Hof-Flohmarkt trifft sich der halbe Ort

In Mammendorf wurden Garagen und Auffahrten zu Ladenflächen. Es war Zeit für den ersten Hofflohmarkt in der Gemeinde. Verkäufer und Kunden trafen ganz privat aufeinander.

Mammendorf Es war kein ganz gewöhnliches Bild, das die Gemeinde im Landkreis-Westen da abgab. Überall waren Leute auf den Beinen und klapperten die Vorgärten ihrer Nachbarn nach gebrauchten Schnäppchen ab. Die Stände waren dort über Nacht aus dem Boden geschossen, nun sind sie mit Luftballons schon von weitem zu sehen. Es stehen die Dinge zum Verkauf, die zu schön zum wegwerfen sind, die man aber auch nicht mehr behalten will.

Ein Gefühl, das Oliver Tuhm nur zu gut kennt. Gemeinsam mit seinem Flohmarkt-erprobten Vater aus Olching hat er wie so viele einen Stand in seiner Einfahrt eingerichtet. Auf Bierbänken und -tischen stapeln sich Kinderkleidung und Spielzeug, aber auch Bücher und Geschirr. „Man hat einfach so viele Dinge bei sich herumstehen“, seufzt der 37-Jährige und lässt seinen Blick über das Sortiment schweifen. „Und manches davon bekommt man heute eben los.“

Wie seinen alten Ethanol-Kamin, den er vor einer Stunde verkauft hat. Nun sucht er noch einen Abnehmer für einen kleinen Steiff-Elefanten. Von diesem trenne er sich aber nur gegen ein großzügiges Angebot, stellt er schmunzelnd klar.

Es ist das erste Mal, dass in Mammendorf ein Hof-Flohmarkt stattfindet. Organisiert hat ihn der französich-deutsche Freundeskreis der Partnerstadt Brem-sur-Mer. Gegen eine Gebühr von zehn Euro konnten sich Interessierte anmelden, die Stände wurden daraufhin sogar auf einer Karte vermerkt. Damit sich Nachbarn finden können, die voneinander noch gar nichts wussten.

Bei Sandra Laubenstein hat das offenbar funktioniert. Sie sei eigentlich keine große Flohmarkt-Expertin, diese Art gefalle ihr aber sehr: „Es kommen Leute bei einem vorbei, von denen man gar nicht wusste, dass sie in Mammendorf wohnen, das ist doch super!“ Und wenn ihr eine der neuen Bekanntschaften noch die alte Zielscheibe ihres Sohnes abnehmen würde, sei sie noch zufriedener.

Stella Matheis (55) ist dagegen eine echte Veteranin in Sachen Flohmarkt. Sie habe auch oft schon selber Sachen verkauft. „Ich liebe einfach diese Stimmung auf Flohmärkten“, bekundet sie. Hier sei es aber noch einmal spezieller, heimeliger. „Ich sage immer: Es ist wie ein Besuch bei Freunden.“ Gerne würde sie noch ihren alten Hexler loswerden, dieser wirke allerdings für Kunden weniger anziehend als die beeindruckende Lego-Sammlung ihrer Freundin, gibt sie bewundernd zu.

Verkauft wird für alle von allen. Beim Stand der Familie Schwendner etwa hilft die ganze Familie mit. Christina Schwendner, die zusammen mit ihrer Schwester Isabella die Aufsicht über den Familienstand hat, betont vor allem die logistischen Vorteile eines Hof-Flohmarkts. „Sonst steht man um 5 Uhr auf, muss dann noch alles ins Auo laden und kriegt sowieso nicht alles unter.“ Das sei hier anders, hier komme die Ware direkt vom Keller auf den Ladentisch. „Und dabei trifft man noch alte Bekannte aus dem Ort“, freut sich die 31-Jährige.

Volker Müller, der den Markt für den Verein mitorganisierte, zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. 52 Anbieter hätten teilgenommen und damit mehr als erwartet. „Wir haben von allen positives Feedback bekommen“, freut sich Müller. Man plane jetzt schon für eine Wiederholung im nächsten Jahr. Denn auch nach diesem verkaufsoffenen Sonntag werden die Keller und Speicher in Mammendorf längst nicht geleert sein.

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