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Schreibtische der Chefs: MIPM-Geschäftsführerin und ihr Vater schwören auf Stehtische

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Von: Lisa Fischer

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Kapitänsmütze, Steuerrad, eine Grünpflanze und zwei Familienfotos: Mehr Deko ist in Jennifer Rosenheimers Büro nicht zu finden.
Die Kapitänsmütze, das Steuerrad und eine Grünpflanze in Jennifer Rosenheimers Büro haben eine große Bedeutung für die Geschäftsführerin. © Weber

Viele verbringen dort mehr Zeit als im eigenen Wohnzimmer – gemeint ist das Büro. Und so sagen Schreibtische viel aus über die Menschen, die dort arbeiten. Das Tagblatt hat sich in den Chefetagen umgeschaut – und dort Interessantes und Unvermutetes zu Tage gefördert.

Mammendorf – Seit bald 70 Jahren wird in Mammendorf Medizintechnik entwickelt und produziert. 1988 übernahm Michael N. Rosenheimer das Mammendorfer Institut für Physik und Medizin (MIPM). Mittlerweile leitet seine Tochter Jennifer Rosenheimer die Geschäfte. Vater und Tochter sind mit ihren Büros im ersten Stock des MIPM-Gebäudes beheimatet – und beide haben jeweils einen Stehtisch neben dem Schreibtisch stehen, um gesünder arbeiten zu können. Das ist aber auch fast das Einzige, das beide Chef-Büros miteinander gemein haben.

„Ich bin ein Leertischler“, sagt Michael N. Rosenheimer. Diese Einstellung hat er an die Tochter weitergegeben.
„Ich bin ein Leertischler“, sagt Michael N. Rosenheimer. Diese Einstellung hat er an die Tochter weitergegeben. © Weber

Schreibtisch ist eine Maßanfertigung

Im lichtdurchfluteten Büro des gebürtigen Mammendorfers Michael N. Rosenheimer steht in der Mitte ein massiver, hölzerner Schreibtisch-Komplex. An einem Ende der Schreibtischplatte sind ein Stehtisch – der einem Rednerpult gleicht – und ein weiterer, quadratischer Tisch befestigt. „Vor zehn Jahren, als wir das Firmengebäude erweitert haben, wurde das Büro maßgeschneidert angefertigt“, sagt Rosenheimer.

Der Computer-Bildschirm, an dessen Rückseite sich ein größerer Bildschirm in Richtung des kleinen Tischs befindet, kann elektrisch auf- und abgesenkt sowie gedreht werden. Je nachdem, ob Michael N. Rosenheimer am Schreibtisch sitzt oder am Pult steht. „Ich bin ein Spielkind“, sagt der 65-Jährige über sich selbst und lacht.

Mit der Maßanfertigung seines Schreibtisches hat er zwei Einkerbungen auf der Platte in Auftrag gegeben. Eine Ablage, die für etwas ganz Besonderes Platz bietet, wie der Günzlhofener erzählt: „Meine Frau hat mir zum Diplomingenieur-Abschluss einen Füller und einen Kugelschreiber geschenkt.“ Beide Stifte haben durch die Einkerbung auf dem Schreibtisch ihren ganz eigenen Platz gefunden. „Mit dem Füller unterschreibe ich alles, was unterschrieben werden muss“, erzählt der geschäftsführende Gesellschafter. „Das ist viel schöner.“

Neben den Stiften, einem Telefon, einem Tablet und Maus steht nicht viel mehr auf der Arbeitsplatte. „Mein Schreibtisch ist immer aufgeräumt“, sagt Rosenheimer. „Ich bin ein Leertischler.“ Obligatorisch auf dem Tisch ist aber eine Karaffe Wasser. Denn regelmäßig und ausreichend Wasser zu trinken wird in der MIPM-Familie groß geschrieben.

Zwei Familienfotos als Schmuck

Das weiß auch Tochter Jennifer. „Bei mir steht immer etwas zu trinken auf dem Tisch“, sagt die 35-Jährige. Computer, Telefon und Headset – viel mehr als bei ihrem Vater befindet sich bei der Geschäftsführerin auch nicht auf dem Schreibtisch. „Ich wurde vom Papa ausgebildet, dass der Schreibtisch leer ist“, scherzt Jennifer Rosenheimer. Ein Familienfoto mit Mann und Töchtern und eines mit ihren beiden Schwestern haben trotzdem auf der Arbeitsfläche Platz gefunden.

An der Wand hängen ein Steuerrad und eine Kapitänsmütze sowie eine Urkunde. „Jennifer Rosenheimer wird zum Commander in Chief of the MIPM-Flagship ernannt“, steht darauf. „Das habe ich 2019 von meinem Vater erhalten, als ich Geschäftsführerin wurde, damit ich das MIPM-Schiff steuern kann.“

Nicht ganz so auffällig, aber von besonderem Wert ist die Grünpflanze, die hinter dem Schreibtisch über 1,80 Meter in die Höhe wächst. „Die habe ich von meiner Oma zur Kommunion bekommen“, sagt Jennifer Rosenheimer. Und das sei immerhin schon ein paar Jahre her. „Früher stand die Pflanze in meinem Kinderzimmer.“ Vor rund neun Jahren zog die Pflanze aus dem Elternhaus aus – und darf seitdem der MIPM-Nachfolgerin im Arbeitsalltag über die Schulter schauen.

In Fürstenfeldbruck hat der Oberbürgermeister zwar keinen Stehtisch, dafür aber ein Erbstück in seinem Büro. Landrat Thomas Karmasin hat sein smartes Tablet und Corona-Tests auf dem Schreibtisch immer griffbereit.

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