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Das Mammendorfer Windrad. Seit Herbst 2014 drehen sich die Rotorblätter. 

Bilanz in Mammendorf

So viel erbrachte das Windrad im ersten Jahr

Mammendorf - Es war der Vorreiter im Landkreis: Im Sommer 2014 wurde auf Mammendorfer Flur das erste Windrad errichtet. Seit Herbst dreht es sich – und zwar mit Erfolg, wie nun im Gemeinderat berichtet wurde.

Exakt 5 576 819 Kilowattstunden Strom hat das Mammendorfer Windrad im ersten Betriebsjahr geliefert. Das berichtete Energiereferent Werner Zauser (FW) im Gemeinderat. Insgesamt zog er eine positive Bilanz. An der Anlage sind die Gemeinde Mammendorf und die Stadt Fürstenfeldbruck mit jeweils 30 Prozent beteiligt. Die Brucker Stadtwerke halten 40 Prozent der Anteile.

Die Ertragswerte für 2015 liegen mit rund sieben Prozent über dem Durchschnitt bundesdeutscher Vergleichsanlagen und sogar gut 19 Prozent über den Durchschnittswerten im süddeutschen Raum, berichtete Zauser. Das lasse zweifellos den Schluss zu, dass vor zwei Jahren eine gute Standortwahl getroffen wurde.

„Unser Beginn war nicht schlecht“, sagte der Energiereferent und präsentierte den Gemeinderäten einen „Plan-Ist-Werte-Vergleich“ mit einem Plus von 200 000 Kilowattstunden im ersten Jahr. Zugleich warnte er aber davor, daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen – auch wenn das Windrad heuer in den ersten beiden Monaten mit 1,8 Millionen Kilowattstunden bereits 500 000 Kilowattstunden über dem Planwert liege und damit eine zuversichtliche Prognose für 2016 erlaube.

Anlage muss auch gewartet werden

Nach dem Windgutachten hätte die Windenergieanlage allerdings rund 5,9 Millionen Kilowattstunden im ersten Jahr erbringen sollen. In dieser Hochrechnung sind aber technisch bedingte Abschaltungen nicht berücksichtigt. Das Rad wird angehalten, wenn die Anlage gewartet werden muss. Und auch im Falle der so genannten Fledermausabschaltung. Diese wurde bei der Genehmigung des Windrades festgelegt, da keine Erkenntnisse vorlagen, ob im Umfeld des Windrades Fledermäuse aktiv sind, informierte Zauser seine Gemeinderatskollegen.

Wegen den Tieren wird nun von April bis August das Windrad eine Stunde vor Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang und im September und Oktober drei Stunden vor Sonnenuntergang abgeschaltet. Das passiert allerdings nur dann, wenn die Windgeschwindigkeit unter sechs Metern pro Sekunde liegt.

Insgesamt kam das Mammendorfer Windrad auf 6000 Produktionsstunden, zwischen 800 bis 1000 Stunden fielen der Fledermausabschaltung zum Opfer. Bei der Entscheidung für den Bau des Windrades war es daher nur gerechtfertigt, den prognostizierten Jahresertrag um rund eine halbe Million Kilowattstunden niedriger auf 5,4 Millionen festzulegen.

Die Bürger interessiert die alternative Energie. Das Interesse sei groß, sagte Zauser. Gemeinsam mit seinem Ratskollegen Anton Fasching (BGM) bietet er Führungen für Interessierte an. „Die Leute möchten Details wissen und sich einen Eindruck aus der Nähe verschaffen“, erzählte Zauser. Überrascht seien sie, wie wenig Geräusche der Rotorblätter selbst in unmittelbarer Nähe des Windrades zu hören sei.

Interessant sei auch, so Zauser, dass die Stromproduktion in den Wintermonaten bis zu dreimal höher sei als im Sommer. „Strom aus Windrädern ist daher eine ideale Ergänzung zur Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen“, meinte er. Die Energiewende im Landkreis käme schneller voran, wenn es gelingen würde, weitere Standorte zu erschließen, was allerdings aufgrund der neuen Abstandsregelung von H10 wohl illusorisch sein dürfte.

Dieter Metzler

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