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Tierchen im Trinkwasser: Ursache gefunden

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Trinkwasser Wasserhahn
Die Ursache ist gefunden und wird behoben. © Beispielfoto: Patrick Pleul/dpa

Invertebraten im Trinkwasser hatten für Aufregung in Mammendorf gesorgt. Jetzt ist klar: Die kleinen wirbellosen Tiere kamen durch einen kaputten Absperrschieber in einem Rohr ins Netz. Nun wird umgebaut, Leitungen werden weiter durchgespült.

Mammendorf – Bürger hatten sich im Herbst ans Rathaus gewandt und auf die Invertebraten hingewiesen, die sie in Filtern in ihren Häusern entdeckt hatten. Die Wirbellosen im Trinkwasser sind zwar nicht appetitlich, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Sie gelten sogar als ein Merkmal der Naturbelassenheit des Trinkwassers. Trotzdem will man sie loswerden. Was bereits gemacht wurde und was noch zu tun ist, darüber setzte Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft Mammendorf) den Gemeinderat in Kenntnis.

Die Gemeinde hatte damals umgehend Wasserwirtschaftsamt und Gesundheitsamt informiert. Letzteres ordnete als Sofortmaßnahme Spülungen der Leitungen an sowie Beprobungen der Wasserqualität auf Mikrobiologie. Es wurden Fachfirmen hinzugezogen, dann an zehn Messstellen im Trinkwassernetz Mammendorf, an der Zubringerleitung der Adelburggruppe (Zweckverband zur Wasserversorgung) sowie den Grundwassermesspegeln Proben zur Bestimmung der Wasserqualität und der Invertebraten entnommen. Schließlich wurde der Tiefbrunnen gereinigt. Außerdem standen Desinfektionsarbeiten im Wasserhaus an, dort wurden Mischwasserkammern, Sandfilteranlagen und Leitungen gesäubert.

Bei Holzmichl

Die Untersuchungen zeigten: Eine Vielzahl von Invertebraten gelangt über die Trinkwasserleitung der Adelburggruppe in das Mammendorfer Netz. Doch wo passiert der Eintrag? Um das herauszufinden, wurden Zisternen sowie Löschwasserbehälter entlang der Verbindungsleitung kontrolliert. So entdeckte man einen defekten Absperrschieber in einem Wasserrohr im Bereich des Löschwasserbehälters bei Mammendorf-Holzmichl. Wenn in den Behälter Wasser nachfloss, konnte es wegen des defekten Schiebers zurück ins Leitungsnetz gelangen.

Der Schieber muss ausgetauscht, die Befüllung des Löschwasserbehälters künftig anders geregelt werden. Einstweilen wurde der Behälter unter den Füllstutzen abgesenkt, damit ein Zurückfließen in die Versorgungsleitung ausgeschlossen werden kann.

Im Frühjahr erfolgen weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Invertebraten. Etwa Spülungen der Trinkwasserleitungen mit einem Wasser-Luft-Gemisch. Heckl sagte abschließend: „Wenn die Ursache abgestellt ist und die Tierchen dezimiert sind, haben wir das Thema im Griff.“ Aber natürlich sei es ein unangenehmes Gefühl, kleine Tierchen im Trinkwasser zu haben. „Deshalb sind wir froh, dass wir die Ursache gefunden haben und eine Strategie haben, wie wir es bekämpfen können.“

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