Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant

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Das VG-Gebäude ist zu klein geworden und wird gerade erweitert

Eine der größten in Bayern

Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf: Acht Orte seit 40 Jahren unter einem Dach

Acht Mitgliedsgemeinden, 16 500 Einwohner, gut 40 Mitarbeiter – die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf gehört zu den größten in Bayern. Jetzt feiert der Zusammenschluss der Gemeinden Adelshofen, Althegnenberg, Hattenhofen, Jesenwang, Landsberied, Mammendorf, Mittelstetten und Oberschweinbach sein 40-jähriges Bestehen.

Mammendorf Aus schwierigen Anfängen hat sich längst ein funktionierendes Miteinander entwickelt. Als 1978 die Gründung der VG anstand, hatten die künftigen Mitgliedsgemeinden gerade erst die Gebietsreform verkraftet. Trotzdem waren sie alle noch zu klein, um eine selbstständige Verwaltung aufrecht erhalten zu können. „Nicht einmal Mammendorf hatte die dafür vorgeschriebenen 3000 Einwohner“, erinnert sich Robert Kaiser. Der 68-Jährige hat die VG entscheidend mitgeprägt.

Er war von 1984 bis Ende 2015 ihr Geschäftsleiter und lebt jetzt nach seiner Pensionierung in Geltendorf. In den Anfangsjahren ging es vor allem darum, die Mitgliedsgemeinden von den Vorteilen zu überzeugen. Also davon, dass die VG sie weder bevormunden noch beaufsichtigen wollte, sondern als Dienstleister fungierte. Dass die Gemeinden sich in der ersten Zeit mit manchen Anliegen direkt ans Landratsamt wandten, um die VG zu umgehen, musste ihnen durch gute Arbeit abgewöhnt werden. „Es hat eine ganze Wahlperiode gebraucht, bis die Bürgermeister das Gefühl hatten: Die arbeiten für mich“, erinnert sich Kaiser. Mammendorf als größte Mitgliedsgemeinde sei nie als „übergewichtiger Hauptort“ aufgetreten, auch wenn traditionell der dortige Bürgermeister gleichzeitig die VG leitete. Einzige Ausnahme: Als Johann Thurner nach dem Tod seines Vorgängers 1994 zum Mammendorfer Rathauschef aufrückte, übernahm für die restlichen zwei Jahre der Wahlperiode der Hattenhofener Bürgermeister Peter Dinkel den Vorsitz.

Auf dem Areal des Kierein-Anwesens wurde 1978 das VG-Gebäude erstellt. Das Foto entstand kurz vor dem Abbruch des Hauses um 1975.

Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Mammendorf den Posten als Erbhof betrachtete. Erst nachdem ihn 1996 die Bürger im Amt bestätigt hatten, wurde Thurner auch Chef der VG.

Gemeinsam führten Thurner und Kaiser eines der ersten Bürgerbüros im Landkreis ein. Hier konnte „vom Müllsäcke abholen bis Reisepass beantragen“ (Thurner) alles erledigt werden. Das Schlangestehen vor einzelnen Amtsstuben gehörte damit der Vergangenheit an. „Die Leute sollten nur an eine Stelle gehen müssen, um sich umzumelden, ihren Hund und ihr Gewerbe anzumelden“, sagt Kaiser. Für ihn war die VG immer „Dienstleister für die Bürger und die Gemeinderäte“. Dass professionell gestaltete Sitzungsunterlagen ausgegeben wurden und Bauanträge nicht mehr in der Küchenbank des Bürgermeisters lagerten, war eine Folge der VG-Gründung.

Auch profitierten die Gemeinden stets vom Sachverstand der Mitarbeiter, wenn es um baurechtliche Fragen, den Haushalt oder die öffentliche Ordnung ging. Dass bei der großen Zahl an Beschäftigten 80 Prozent des VG-Haushalts aus Personalkosten besteht, lässt sich nicht vermeiden. „Wenn jede Gemeinde diese Kompetenz selbst vorhalten müsste, würde es sie doppelt so viel kosten wie die VG-Umlage“, schätzt Kaiser. Johann Thurner achtete stets darauf, die Bedürfnisse der Mitgliedskommunen im Blick zu haben. „Man musste vor allem schauen, dass die Gemeinden in der richtigen Reihenfolge bedient werden.“ Wer in dem entsprechenden Jahr ein großes Bauprojekt plante, kam als erster dran.

Die Aufgaben sind über die Jahre stetig gewachsen. Zumal die VG mittlerweile auch das Standesamt der Gemeinde Moorenweis übernommen hat. 2014 wechselten die Bürgermeister in sieben der acht Mitgliedsgemeinden. In Mammendorf übernahm Josef Heckl den Chefsessel und den VG-Vorsitz. Er spricht von „einer durchwegs positiven Entwicklung und einem äußerst erfolgreichen Zusammenschluss“.

Das neue Gebäude

So soll der Anbau aussehen.

Bereits kurz nach dem Start bezog die VG Büroräume im ehemaligen Mammendorfer Sparkassengebäude, wo sie auch heute noch untergebracht ist. Anfangs waren es um die 15 Mitarbeiter, doch mit dem Bevölkerungswachstum der Gemeinden musste auch die VG vergrößert werden. Als Johann Thurner 1996 den Vorsitz übernahm, unterstanden ihm bereits 25 Beschäftigte. „Damals wie heute gab es ein Raumproblem“, erinnert sich der 68-Jährige. Da bald darauf die Sparkasse umzog, konnte die VG sich auf das freiwerdende Erdgeschoss ausdehnen. Inzwischen ist die Mitarbeiterzahl auf rund 40 angewachsen.

 Einige von ihnen werden voraussichtlich ab 2020 in einem Erweiterungsbau untergebracht. Im Sommer 2017 einigte sich die Gemeinschaftsversammlung auf das 6,2-Millionen-Euro-Projekt. Um Platz für den Anbau zu schaffen, musste zunächst ein nicht mehr bewohntes Klostergebäude der Armen Schulschwestern abgerissen werden. Mittlerweile ist der dreistöckige Rohbau mit Tiefgarage bereits soweit gediehen, dass bis Weihnachten das Dach geschlossen werden soll. „Mit der Fertigstellung des Gebäudes rechnen wir bis Dezember 2019, mit der Einweihung im Frühjahr 2020“, sagt der Mammendorfer Bürgermeister und VG-Vorsitzende Josef Heckl. Der Anbau ist für die weitere Zukunft ausgelegt und bietet bei Bedarf Platz für zusätzliche Mitarbeiter. (Ulrike Osman)

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