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Aufregung um Warnsignal

Debatte in Bruck: Muss die Feuerwehr nachts so laut sein?

Ein Einsatz am Wochenende im Landkreis Fürstenfeldbruck hat zu einer Debatte auf Facebook geführt: Muss die Feuerwehr auch nachts mit Martinshorn durch den Ort fahren? Wir haben nachgefragt.

Fürstenfeldbruck – Es war 3.16 Uhr, als am Samstag an der B2 bei Mammendorf ein Sendemast Feuer gefangen hat. Sofort haben sich Einsatzkräfte der Mammendorfer Feuerwehr mit fünf Fahrzeugen auf den Weg gemacht. Ebenfalls alarmiert wurden die Kameraden aus Moorenweis und Fürstenfeldbruck. Auf dem Weg schalteten die Helfer aus Moorenweis an einer Kreuzung das Martinshorn ein – und stießen damit nicht überall auf Verständnis.

Auf der Facebook-Seite des Brucker Tagblatts haben wir über den Brand berichtet. Eine Nutzerin äußerte sich daraufhin kritisch darüber, ob die Einsatzkräfte nachts mit Blaulicht und Martinshorn durch die Ortschaften fahren müssten – weil da ja eh niemand auf den Straßen sei. Sie habe das laute Tatütata gestört. Die Frau ist mit dieser Meinung nicht alleine. Immer wieder liest man von Anwohnern, die sich über Sirene und Martinshorn beklagen. Die Feuerwehr muss sich häufig dafür rechtfertigen.

Wann darf die Feuerwehr das Martinshorn einschalten?

„Wir haben nur an einer Kreuzung ganz im Süden der Gemeinde Moorenweis das Martinshorn eingeschaltet“, sagt Christoph Gasteiger, Kommandant der örtlichen Feuerwehr. Sie waren mit zwei Fahrzeugen angerückt. „Und genau genommen haben wir uns damit sogar falsch verhalten, weil wir zu leise gefahren sind.“

Kreisbrandrat Hubert Stefan zufolge regelt die Straßenverkehrsordnung (StVO), wann Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz kommen dürfen. Das akustische Warnsignal sollte eingeschaltet werden, sobald Eile geboten ist oder wenn die Feuerwehr Vorfahrt braucht. „Wann das Martinshorn benötigt wird, entscheidet immer der Fahrer“, sagt Hubert Stefan. Fährt er ohne akustische Warnung, handelt er fahrlässig. 

In einigen Gemeinden ertönt zusätzlich die Sirene

Die Mammendorfer Feuerwehr sei in dieser Nacht ohne lautes Tatütata zum Einsatzort geeilt. „Es war zu der Uhrzeit einfach wenig los auf den Straßen“, sagt Christian Huber, Sprecher der Feuerwehr Mammendorf. Aus demselben Grund haben sich auch die Moorenweiser Kameraden entschieden, leise zu fahren.

„Allerdings ist es im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck noch üblich, dass bei einem Alarm automatisch auch die Sirene eingeschaltet wird“, sagt Huber. Sie ertönt dreimal für jeweils zwölf Sekunden lang, dazwischen sind kurze Pausen. Beim Feuer in Mammendorf sei die Sirene vor allem deshalb ertönt, weil für die brennende Elektroanlage Sonderlöschmittel nötig waren.

Martinshorn und Blaulicht sind keine Freibriefe

„Natürlich müssen die Einsatzkräfte trotz aller Alarmsignale aufpassen. Sie sind kein Freibrief dafür, dass wir rote Ampeln ohne zu schauen überqueren dürfen“, sagt Hubert Stefan. Für Menschen, die sich über Blaulicht und Martinshorn aufregen, haben er und der Moorenweiser Kommandant kein Verständnis. Gasteiger sagt:  „Zum Glück nervt das nur wenige.“

Wie gefährlich eine Einsatzfahrt generell sein kann, hat die Feuerwehr München in einem Video gezeigt.

von Regina Mittermeier

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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