Kurse in Schwimmbädern sind heiss begehrt

Jugend stürmt die Wasserwacht

Hinten anstellen, bitte – so lautet die Devise bei der Olchinger Wasserwacht. Der viele Nachwuchs überfordert die Ortsgruppe. Interessenten müssen auf die Warteliste.

Landkreis – 70 Kinder und Jugendliche haben die zehn Olchinger Trainer derzeit unter ihren Fittichen. Mitmachen wollen noch mehr. „Aber irgendwann ist das Trainingsbecken voll“, sagt Ortsgruppen-Chef Florian Heininger (29). Seit Anfang 2016 gibt es daher eine Warteliste. Auf der stehen fast 40 Interessierte.

Florian Heininger ist Chef der Wasserwacht in Olching.

Heininger kann den Ansturm auch erklären. Seit fast vier Jahren bekommen die Retter verstärkt Zulauf. „Im Landkreis gibt es immer weniger Hallenbäder und auch Schwimmvereine“, erklärt Florian Heininger. Neben dem Olchinger Bad gebe es noch die Brucker AmperOase und die Hallenbäder in Grafrath, Puchheim und Germering. Da könne aber nicht immer geübt werden. „Damit wir keine Warteliste führen müssten, bräuchte es mehr Bäder“, sagt Heininger. Dennoch sei er froh, dass es das Olchinger Hallenbad gebe.

Wer mittrainieren will, muss etwa ein Jahr warten

Der Wasserwacht-Nachwuchs, der sechs bis 16 Jahre alt ist, ist in sechs Gruppen unterteilt. Alle schwimmen montags am Abend für 45 Minuten. Aber nicht gleichzeitig, sondern in Schichten, erklärt der Vorsitzende, der seit 1993 bei der Olchinger Wasserwacht ist. Drei Gruppen ab 18 Uhr, danach die anderen.

Wer auf der Warteliste steht, muss ihm zufolge rund ein Jahr warten, bis er mittraineren darf. „Viele sind verdutzt, wenn sie davon hören“, sagt Heininger. Die meisten würden sich aber dennoch auf die Liste setzen lassen.

Nach einem Luxusproblem klingt das vermutlich in den Ohren der Eichenauer Helfer. „Dort fehlt der Nachwuchs“, sagt Ralph Westenrieder, der Chef der Kreiswasserwacht. Die Jugend übt in der AmperOase – gemeinsam mit dem Brucker Nachwuchs.

Die Brucker können gar nicht bei jedem Training ins Wasser

Insgesamt hat die Eichenauer Ortsgruppe etwa 50 Mitglieder, landkreisweit sind es rund 2000 Freiwillige. „In den Orten, in denen es ein Hallenbad gibt, gibt es auch mehr Nachwuchs“, sagt Westenrieder. In Germering gebe es ebenfalls eine Warteliste und in Bruck so viel Nachwuchs, dass dieser gar nicht bei jedem Training ins Wasser könne. Dort gibt es abwechselnd Theoriestunden. Gemeinsam mit den Bruckern trainert der Mammendorfer Nachwuchs – der sich allerdings in Grenzen hält, wie Benjamin Miskowitsch von der dortigen Wasserwacht erklärt.

Allgemein gilt: Bei der Wasserwacht darf nur mitmachen, wer schon schwimmen kann. Im Training wird dann weiter geübt. „Zuerst spielerisch, indem die Kinder etwa einem Ball hinterherschwimmen“, sagt Florian Heininger. Sobald sie zehn Jahre alt sind, führen die Trainer sie ans Rettungsschwimmen heran. „Wir machen aber auch dort anfangs noch Gaudi.“ Die Rettungsschwimmerausbildung kann mit 16 Jahren begonnen werden. Für Einsätze müssen die Retter mindestens 18 Jahre alt sein.

von Regina Mittermeier

Rubriklistenbild: © dpa

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