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Ausverkauftes Haus und gute Stimmung: Im Mammendorf Bürgerhaus sangen und tanzten die närrischen Weiber.

Mammendorf/Fürstenfeldbruck

Weiberfasching: Frauen genießen das Feiern ohne Männer

Am unsinnigen Donnerstag waren wieder die närrischen Frauen unterwegs. Die Heimatgilde „Die Brucker“ feierten ihren Weiberfasching zum dritten Mal im Unterhaus. Die Fürstenfeldbrucker Faschingsfreunde luden zur großen Party außerhalb der Stadtgrenzen, ins Mammendorfer Bürgerhaus, ein. Die Männer durften für einen sicheren Heimweg sorgen.

Fürstenfeldbruck/Mammendorf – Damit die verkleideten Frauen zu den Faschingsfeiern am unsinnigen Donnerstag gelangten, fuhr ein eigens eingerichteter Shuttleservice nach Mammendorf und wieder zurück. Außerdem sorgten „die Männer des Vereins mit sechs bis acht Autos dafür, dass die Besucherinnen wohlbehütet nach Hause kommen“, erklärte Vizepräsident Marco Gänßlen von den Faschingsfreunden.

Doch egal wo an diesem Abend gefeiert wurde, der Sinn des Feierns ohne Männer, vereinte die verkleideten Frauen: „Ohne Männer ist es immer recht lustig“, meinte Indianerin Andrea, die mit ihren Freundinnen seit Jahren in Mammendorf dabei ist. Und auch im Unterhaus genießt man den Abend ohne das andere Geschlecht. „Die Stimmung ist ausgelassener“, sagte Stammgast Birgit. Und Freundin Renate ergänzt: „Man kann einmal die Sau rauslassen!“

Zwerginnen mit ihrem Schneewittchen im Brucker Unterhaus

Trotzdem freuten sich die meisten narrischen Weiber auf ihre Männer, die ab 24 Uhr zu den Feierwütigen stoßen durften. „Die Männer dürfen uns auslösen, das heißt, sie zahlen den Rest des Abends“, erklärt die 43-jährige Renate.

Bis dahin war für das weibliche Auge mit den Auftritten der Männergilden allerhand geboten. Im Unterhaus heizten die „Brucker Gaudibuam“ zu später Stunde ein. Und auch im Mammendorfer Bürgerhaus war die Showtanzgruppe „The Boyz“ der Höhepunkt des bunten Abends.

Mit 350 Gästen war die Ladies-Night der Faschingsfreunde ausverkauft. „Mittlerweile gibt es schon immer einen Monat vorher keine Karten mehr“, sagte Gänßlen. Für das leibliche Wohl sorgte das Personal des Restaurants „Zur Sonne“. „Die Zusammenarbeit klappt super. Wir sind sehr dankbar, denn ohne das Restaurant würden wir das gar nicht schaffen“, schwärmt Andreas Fabisch, ebenfalls Vizepräsident der Faschingsfreunde.

Beim Blick in den großen Bürgerhaus-Saal stach eine gut gelaunte Gruppe gelb verkleideter Frauen besonders heraus. „Wir sind alle Bibo von der Sesamstraße“, erklärte Gruppen-Chefin Kornelia Beck. Zusammen feierten die acht Frauen – man kennt sich aus dem Kindergarten Villa Kunterbunt – ihre zehnjährige Faschingstradition. Die Kostüme hat die 54-jährige Bruckerin Beck selbst genäht – und das ganze acht Mal.

Im Unterhaus zieht ein ebenfalls achtköpfiges Gespann alle Blicke auf sich. Es sind sieben Zwerginnen und Schneewittchen. „Wir gehen jedes Jahr zum Weiberfasching. Unter Frauen zu feiern ist besser, besonders beim Tanzen“, erklärte Zwergin Yvette Simon aus Landsberied. Für Freundin Ingrid Wagener ist es das erste Mal beim närrischen Weiberfasching: „Ich komme aus Berlin und da haben wir so ein Faschingstreiben gar nicht.“

Gefeiert wurde auf beiden Veranstaltungen ausgiebig, doch einige holte der Alltag früher als gewollt ein. „Ich muss leider morgen in die Arbeit“, beichtete die 46-jährige Yvette Simon aus Landsberied. „Ich habe frei. Und mein Mann holt mich ab“, freute sich hingegen die Münchnerin Renate. (Lisa Fischer)

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