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Der Holz-Künstler: Markus Figl ist bereits Bayerns bester Schreiner. Nun will er der Weltmeister werden.

Berufsweltmeisterschaften

Modellbauer und Schreiner auf Titeljagd in Abu Dhabi

Die Berufsweltmeisterschaften gehen ab dem kommenden Samstag in Abu Dhabi über die Bühne. Bei den so genannten WorldSkills treten 77 Nationen an. Mitten drin: Zwei Mammendorfer und ein Brucker.

Coach Peter Habich sagt: „Wir werden mit Sicherheit sehr weit vorne sein.“

Mammendorf – In 51 nicht-akademischen Berufsdisziplinen kämpfen mehr als 1200 junge Fachkräfte um den Weltmeistertitel. Die deutsche Nationalmannschaft fährt mit 42 Teilnehmern in Abu Dhabi auf – darunter Bundestrainer Peter Habich aus Mammendorf, sein Schützling Marcel Swierczok und Markus Figl aus Fürstenfeldbruck.

Der 3D-Künstler: Marcel Swierczok ist technischer Modellbauer. Er trainiert in Mammendorf.

Marcel Swierczok ist Azubi im dritten Lehrjahr bei der Firma Zech und Waibel Modellbau GbR. Der technische Modellbauer wohnt eigentlich in Neuss, trainiert hat er aber viel in Mammendorf. Als er beim Azubiwettbewerb des Bundesverbandes den dritten Platz belegte, rekrutierte ihn Peter Habich für die WorldSkills. Habich ist Geschäftsführer der Habich & Martin GmbH in Mammendorf und übernimmt seit 2013 den Posten des Bundestrainers. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft trainierte er mit Marina Lugmeier aus seinem eigenen Betrieb – nun hat er in Mammendorf fünf Wochen intensiv mit Marcel geübt.

In Abu Dhabi wird der Azubi in knapp 22 Stunden aus einer vorgegebenen Zeichnung einen virtuellen Prototypen konstruieren müssen. Dieser wird mit Fräsen, 3D-Druckern und konventionellen Maschinen hergestellt. Elf verschiedene Länder haben Aufgabenvorschläge eingereicht, die Swierczok nun probeweise bearbeitet. Welches Modell gebaut werden muss, das weiß er allerdings erst in Abu Dhabi. „Schon seit einem Jahr trainiere ich für die Weltmeisterschaft, intensiv seit April“, sagt er.

„Wir werden mit Sicherheit sehr weit vorne sein“, schätzt der Coach

Trotz dieser umfangreichen Vorbereitung gibt es andere, die noch mehr in die WorldSkills investieren: „In Korea und Thailand gibt es Generalstäbe, die wirklich nur für die WorldSkills trainieren“, sagt Peter Habich. „Anders als die deutschen Teilnehmer befinden sie sich nebenher nicht im Beruf oder in der Ausbildung.“ Den Optimismus des Bundestrainers und seines Schützlings dämpft dies jedoch nicht: „Wir werden mit Sicherheit sehr weit vorne sein“, schätzt der Coach.

Eine weitere Disziplin ist das Schreinerhandwerk. Hier hat sich Markus Figl von der Brucker Schreinerei „Lignum Arts“ hervorgetan. Er wird für die deutsche Nationalmannschaft antreten. Der 22-Jährige qualifizierte sich nach der Auszeichnung als „Bester Schreiner Bayerns“ für den Bundeswettbewerb, wo er den dritten Platz belegte.

Figl ist seit vier Jahren bei Lignum Arts. Vor zwei Jahren hat er seine Ausbildung beendet. Von seinem Beruf sei er nach wie vor begeistert: „Ich habe auch schon als Kind gerne mit Holz gebastelt“, erzählt Figl. Seine Aufgabe bei den WorldSkills kennt der Schreiner aus dem Effeff. Er habe bereits vier Probestücke gebaut sowie in sieben Trainingswochen Prüfungsaufgaben der vorigen Jahre bearbeitet. Sein Ziel: Unter die besten Fünf zu kommen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilt den Optimismus von Markus Figl, Peter Habich und Marcel Swierczok. Sie hat die Schirmherrschaft über die deutsche Nationalmannschaft übernommen und erwartet gute Ergebnisse. Die Kanzlerin schreibt in einer Mitteilung: „Die internationalen Berufsweltmeisterschaften sind eine großartige Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der deutschen Berufsausbildung unter Beweis zu stellen.“

von Alexa Bornfleth

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