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Die Familie ist wiedervereint: Thorsten Wever (l.) rettete seinem Schwager Matthias Killer das Leben.

Notruf aus Barcelona

Schlaganfall in Spanien: Die Rettung kam aus Oberbayern

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Fürstenfeldbruck – Es war eine Rettung in letzter Sekunde: Ein Mann erleidet im Spanienurlaub einen Schlaganfall, die Familie sucht verzweifelt nach Hilfe. Doch erst als die Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS) eingeschaltet wird, nimmt die Geschichte eine gute Wendung.

Familie Killer aus Wolfratshausen will dem Winter Mitte Februar ein Schnippchen schlagen und fliegt für vier Tage nach Barcelona. Doch schon kurz nach der Ankunft passiert das Unglück: Matthias Killer (47) erleidet einen akuten Schlaganfall. Seine Frau Josée tätigt direkt den Notruf, landet jedoch nur in der Warteschlange. Immer und immer wieder. Zu allem Überfluss kann die Kanadierin auch nicht verstehen, was auf dem Tonband gesagt wird, denn sie beherrscht kein Spanisch.

In ihrer Verzweiflung alarmiert sie schließlich ihren Schwager, einen Arzt aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck). „Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll“, schluchzt sie und bittet ihn am Telefon um Hilfe. Thorsten Wever weiß, dass es jetzt schnell gehen muss. Zuerst versucht er von Germering aus, den Rettungsdienst in Barcelona zu benachrichtigen. „Ich hab’ die Vorwahl von Spanien und Barcelona gegoogelt“, erklärt er. Als auch er keine Verbindung aufbauen kann, versucht er es bei der ILS.

Der Notruf geht dort gegen 22.30 Uhr ein. Dieter Schümann ist Schichtleiter in dieser Nacht. „Notrufe aus dem Ausland erreichen uns etwa drei bis vier Mal im Jahr“, erzählt er. Der Routinier rät dem Germeringer also zunächst, es in Barcelona über das Festnetz oder den ADAC Notruf zu probieren. Notfalls sollten sie Nachbarn wecken und deren Anschluss nutzen.

Am Ende waren zwei Notärzte vor Ort

Dann legt er auf und klemmt sich selbst ans Telefon. Nachdem er im Generalkonsulat in Barcelona niemanden mehr erwischt, versucht er es bei der Deutschen Botschaft in Madrid. Volltreffer! Ein deutschsprachiger Mitarbeiter hebt ab. „Ab dann ging alles sehr schnell“, erinnert sich der Herrschinger. Nach einer kurzen Schilderung der Situation, alarmiert die Botschaft einen Rettungsdienst. Endlich.

Kurios: Auch der Germeringer Arzt Thorsten Wever hatte in der Zwischenzeit einen Rettungsdienst erreicht. Er wurde über den ADAC-Notruf mit einer Leitstelle in Barcelona verbunden. „Deswegen waren am Ende gleich zwei Notärzte vor Ort“, berichtet der 51-Jährige schmunzelnd. Vom ersten Notruf bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter verging nur eine knappe halbe Stunde.

„Das hätte auch anders ausgehen können“, sagt Wever nachdenklich. Er ist der ILS für ihren schnellen Einsatz sehr dankbar. Denn Matthias Killer ist mittlerweile wieder wohlauf. Sieben Tage musste er noch in einer Klinik zur Beobachtung bleiben. Dann ging es für die dreiköpfige Familie wieder zurück in ihre Heimat Wolfratshausen.

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