Hilfe in der Not

Medikamente für Griechenland

Fürstenfeldbruck - Die Not in Griechenland wächst. Vor allem die medizinische Versorgung ist in Gefahr. Jetzt sammelt das Sozialforum Amper Medikamente.

Durch die Krise in Griechenland fehlt es den Menschen an allem: an Lebensmitteln, Heizmöglichkeiten und Medikamenten. „Das Gesundheitssystem bricht zusammen, die Menschen haben wenig Möglichkeiten, sich Medikamente zu beschaffen“, berichtet Friedrich Meyer-Stach, Gründungsmitglied des Sozialforums Amper in Bruck. Und nicht nur die einheimische Bevölkerung, auch die Flüchtlinge, die in Griechenland stranden, müssten versorgt werden. Der Münchner Paul Kleiser kennt die Lage vor Ort. Der Politologe, der am Donnerstag um 19.30 Uhr im Bürgerpavillon an der Brucker Heimstättenstraße einen Vortrag hält, engagiert sich im Münchner Sozialforum Amper. „Die Situation ist verheerend“, berichtet der 64-Jährige. „Man muss sich das in vielen Bereichen wie ein Dritte-Welt-Land vorstellen.“

 Die Griechen würden die Krise mit einem Krieg vergleichen – bei dem Vermögen und Ersparnisse langsam aufgebraucht werden. Medikamente gibt es in Griechenland zwar, da internationale Pharmakonzerne dort produzieren oder herstellen lassen. Doch die Bevölkerung kann sich die Mittel nicht leisten. Kleiser berichtet von einem Mann, der von 500 Euro Rente leben muss. Der Diabetiker müsste 160 Euro im Monat für Medikamente bezahlen – utopisch.

Er ist auf Hilfe angewiesen, sonst droht sogar der Tod. Es gibt 40 bis 50 medizinische Zentren, in denen ehrenamtliche Ärzte hunderte von Patienten kostenlos behandeln und mit überlebenswichtigen Tropfen, Tabletten und Salben versorgen. Eines davon ist die Soziale Praxis Ellinikon in Athen, die das Münchner Sozialforum unterstützt. Das Sozialforum in München sammelt, wie Ableger in Konstanz und Salzburg auch, vor allem Geld. Über die Dachorganisation „Solidarity for all“ können die Zentren, in diesem Fall das Ellinikum, Medikamente kaufen, sie mitnehmen oder für einen späteren Gebrauch einlagern.

Muss ein Patient ins Krankenhaus, sorgen sie dafür, dass er auch dort die nötige Arznei bekommt. Auch das Sozialforum Amper in Bruck will helfen. „Wir wollen Medikamente sammeln und nach München bringen“, sagt Meyer-Stach. Von dort werden sie mit Speditionen nach Griechenland gebracht. Benötigt wird alles. Einzige Voraussetzung: Das Verwendbarkeitsdatum darf nicht überschritten sein. „Aber das kontrollieren die Ärzte vor Ort noch einmal“, sagt Meyer-Stach.

Sammelstellen sind in der Stadtbibliothek in der Aumühle, montags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Eine-Welt-Café an der Heimstättenstraße, im Forum 31 und bei Hans-Jürgen Buber, Dachauer Straße 42.

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