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Der Amperverband investiert in Hochwasserschutz: Zum einen wird ein zusätzlicher Entlastungskanal gebaut, der bis zu 1500 Liter Wasser pro Sekunde aufnehmen und von der Kläranlage wegtransportieren kann. Zum anderen wird der Verbandssammler in Graßlfing erweitert. 

Gemeinde investiert

2,5 Millionen Euro für Hochwasserschutz

Eichenau - Kanalnetz überlastet, Kläranlage überschwemmt: Das ist bei extremen Regenfällen und Hochwasser durchaus möglich.

Damit dieses Horror-Szenario nicht Wirklichkeit wird, arbeitet der Amperverband (AV) mit Hochdruck an einer Lösung. Und die kostet viel Geld.

Bereits bei den starken Regenfällen im Sommer 2013 wurde die Belastungsgrenze des Kanalnetzes des Abwasserverbandes bis über den Anschlag hinaus strapaziert. Rund 1550 Liter Wasser pro Sekunde können die Zuleitungen zur Kläranlage Geiselbullach maximal aufnehmen. Doch damals waren es wesentlich mehr.

„Fast 2400 Liter waren es in Spitzenzeiten“, erinnert sich Christian Kriegner, Leiter der Betriebstechnik auf der Anlage. Nur weil die Amper noch einiges habe auffangen können, habe es die Anlage gerade so verkraftet. Noch einmal will man das Glück aber nicht herausfordern. Deshalb soll bis November ein Entlastungskanal gebaut werden. Kosten: 1,1 Millionen Euro.

Die Gefahr einer Verunreinigung des Flusslaufes habe damals aber nicht bestanden. „Da ist uns kein Toilettenpapier entgegen gekommen“, sagte Kriegner auf der Ausschusssitzung des Zweckverbandes, bei der über den Bau des zusätzlichen Kanals diskutiert wurde. Bei dem so genannten Überlauf habe es sich um Regenwasser gehandelt. Zwei Drittel der Abwassermenge seien zudem ja weiter gereinigt worden.

Der Entlastungskanal soll bis zu 1500 Liter pro Sekunde von der Kläranlage wegtransportieren. Zusätzliche Mengen werden über den bisherigen Ablaufkanal abgeleitet. Die zehn AV-Mitgliedsgemeinden und die Kunden würden von der Baumaßnahme kaum etwas bemerken, sagte Kriegner. „Das geht unter laufendem Betrieb. “

Lediglich gegenüber der Unteren Naturschützbehörde des Landratsamtes Dachau muss sich der AV erklären. Der vorgesehene, insgesamt rund 100 Meter lange Kanal verläuft zu etwa einem Drittel auf Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, welches besonders geschützt ist. Allerdings besteht auf dieser Strecke bereits eine Fahrspur, so dass sich laut Amperverband der Eingriff in die Natur in Grenzen hält.

Ebenfalls Probleme gemacht hatte 2013 der Verbandssammler, der in Graßlfing steht und bei dem sich die Zuleitungen von Olching und Maisach bündeln. In Spitzenzeiten war es immer wieder zu Rückstaus gekommen. Deshalb soll der bestehende Verbandssammler um eine zweite Röhre erweitert werden. Rund 1,4 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Gegenüber der ursprünglich angedachten Lösung sind das Mehrkosten von rund 600 000 Euro.

Doch bei den Mitgliedsgemeinden sieht man die Maßnahme positiv. Maisachs Bürgermeister Hans Seidl erklärte: „Es ist zwar jetzt teurer, aber auf Dauer wirtschaftlicher.“ Friedrich Popp, der stellvertretende technische Leiter, erläuterte, dass selbst bei Spitzenlasten beide Röhren gut ausgesteuert werden könnten. Da die Erweiterung auch das Schulgelände in Graßlfing tangiert, sollen die Arbeiten während der Sommerferien durchgeführt werden.

von Hans Kürzl

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