Vom Netz abgehängt: Tagblatt-Fotograf Peter Weber hat Ärger mit der Telekom.

Ärger mit der Telekom

270 Minuten in der Telekom-Warteschleife

Fürstenfeldbruck – Vor wenigen Wochen schimpften die Betreiber einer Kläranlage über technische Probleme mit der Telekom. Jetzt wird immer deutlicher: Das war kein Einzelfall.

Peter Weber hat die Minuten gezählt. Es waren 270, also zusammen viereinhalb Stunden, die der Tagblatt-Fotograf innerhalb von vier Tagen in der Warteschleife der Service-Hotline der Telekom verbracht hat. Der Inhaber eines Fotogeschäfts wollte eine Störung melden. Denn Festnetztelefon, Internet, Radio und Fernsehen des Bruckers funktionieren seit Wochen nicht. Schuld soll ein technischer Fehler sein – den zu beseitigen noch weitere Wochen dauern könnte.

Mitte Februar sind Peter Weber und seine Frau in ihre neue Wohnung gezogen. Bereits mehr als einen Monat vorher hatten sie ihren neuen Anschlussvertrag bei der Telekom unterschrieben. „Wir wollten es extra frühzeitig machen, damit kein Engpass entsteht“, so der Fotograf. Der ursprüngliche Wunschtermin, der 15. Februar, ließ sich da schon nicht mehr realisieren, aber zum 1. März sollte der Anschluss freigeschaltet werden.

In der Auftragsbestätigung wurde für den Vormittag dieses Tages der Besuch eines Technikers angekündigt. Es schien alles zu laufen wie am Schnürchen. Media-Receiver, Speedport und Zugangsdaten trafen Ende Februar mit der Post bei den Webers ein, dazu ein Schreiben, dass den Termin mit dem Techniker noch einmal bestätigte.

Doch ab da funktionierte nichts mehr. Der 1. März verging, ohne dass sich der Telekom-Mitarbeiter blicken ließ. „Ich habe 19 Mal bei der Servicenummer angerufen“, berichtet Weber. „Und ich bekam 19 verschiedene Antworten.“ Auf versprochene Rückrufe wartete er vergebens. Weiterhelfen konnte schließlich ein Mitarbeiter des Techno-Marktes in Olching, an den sich Weber wandte. „Er fand durch mehrere Anrufe heraus, dass offenbar bei der Telekom ein interner Buchungsfehler vorliegt.“ Anscheinend habe ein Mitarbeiter händisch die falschen Daten ins System eingegeben – und das lasse sich so schnell nicht korrigieren. Die Pressestelle der Telekom spricht von einem „systembedingten Fehler“, der aber mittlerweile zumindest identifiziert sei. „Der Kundenservice hat die Behebung bereits veranlasst. Dies kann jedoch noch Zeit in Anspruch nehmen.“ Man werde aber „schnellstmöglich“ eine Lösung für den Kunden finden und bedauere die Unannehmlichkeiten, die ihm entstanden sind.

Weber hat inzwischen erfahren, dass er womöglich erst nach Ostern darauf hoffen kann, Festnetztelefon, Internet und Empfangsgeräte in seiner Wohnung in Betrieb nehmen zu können. Er hat jetzt für seinen alten Radiorekorder eine Zimmerantenne gekauft. „Damit wir wenigstens beim Frühstück ein bisschen Radio hören können.“

von Ulrike Osman

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