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Vor Elternvertreter sprach Kultusminister Spaenle im Bucker Rasso-Gymnasium.

Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung

Spaenle will neuen Lehrplan behutsamer einführen als G8

Fürstenfeldbruck – Bei der Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV), die erstmals im Brucker Graf-Rasso-Gymnasium stattfand, gab der Kultusminister Einblicke in die Zukunft der bayerischen Gymnasien.   

Mittelstufe Plus, Lehrplan Plus, teilgebundene Ganztagsschule – die neusten schulpolitischen Schlagworte schwirrten bei der Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) durch die Aula des Graf-Rasso-Gymnasiums in Fürstenfeldbruck. Rund 180 Elternvertreter aus ganz Bayern waren gekommen, um sich sowohl untereinander als auch mit Kultusminister Ludwig Spänle auszutauschen. 

Laut Graf-Rasso-Schulleiterin Doris Hübler war es das erste Mal, dass sich die Gymnasialelternvertretung auf Landesebene im Graf-Rasso-Gymnasium traf. „Für mich ist das eine Ehre.“ Sie hoffe, dass die Teilnehmer „den Wohfühlcharakter des Hauses“ ebenso empfinden würden wie die Brucker Schulfamilie. Gut aufgenommen fühlten sich die Gäste auf jeden Fall – LEV-Vorsitzende Susanne Arndt lobte, sie habe bei den Vorbereitungen vor Ort selten so wenig Arbeit gehabt. 

Es war ein umfangreiches Programm, das während der zweitägigen Veranstaltung unter dem Motto „ElternMitArbeit – ElternMitWirkung“ absolviert wurde. Nach dem öffentlichen Festakt mit der Rede Spänles und Musikbeiträgen von Schülern folgten Vorträge und sowie Workshops mit Fachreferenten. Hier ging es unter anderem um Inklusion und Mobbing-Prävention, um die Ganztagsschule, um Elternrechte und Elternpflichten. Besonders großen Zulauf verzeichnete Karin Oechslein vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, die über Berufsorientierung am Gymnasium referierte. 

Wichtig für die Elternvertreter war auch der Erfahrungsaustausch untereinander. Zwischen den einzelnen Gymnasien könne es, je nach Standort und Sachaufwandsträger, große Unterschiede geben, so LEV-Vorstandsmitglied Bernd Hein aus Markt Schwaben. „Veranstaltungen wie diese sind ein Forum, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.“ 

Auf den individuellen Bedarf an einer Schule eingehen zu können – das ist laut Kultusminister Spänle eines der Ziele seines Hauses. Eine der Antworten ist die teilgebundene Ganztagsschule, eine andere die Mittelstufe Plus. Hier haben die Schüler für den gleichen Stoff ein Jahr mehr Zeit, machen ihr Abitur also wie früher nach neun Jahren. An den 47 Pilotschulen hätten sich im Durchschnitt rund 60 Prozent der Kinder für diesen Weg entschieden, so Spänle. 

Gleichzeitig zeige sich, dass das Konzept den Schulen einiges abverlange – man stoße an organisatorische Grenzen. Über die flächendeckende Einführung werde am Ende der zweijährigen Pilotphase entschieden. „Ich bin zuversichtlich, dass die Mittelstufe Plus zur nächsten Landtagswahl eingeführt wird“, merkte eine Mutter aus Weilheim ironisch an. Doch trotz des Anspruchs, dass das bayerische Gymnasium der Königsweg zur allgemeinen Hochschureife sein soll, würden die Universitäten immer öfter die mangelnde Studierfähigkeit von Abiturienten beklagen. 

Konzepte sollten vor der Einführung zuende gedacht werden, forderte sie. Genau deshalb werde man den neuen Lehrplan Plus behutsamer einführen als seinerzeit das G8, versicherte Spänle. Im kommenden Schuljahr würden zunächst die Lehrer fortgebildet, bevor im Anschluss „die neue Lehrplan-Generation“ an fünf Gymnasien erprobt werde.

von Ulrike Osman

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