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Sie machen die Veranstaltung möglich: Die Initiatoren von Schulen, Jugendzentren, Asylhelferkreis und Kommunen.

Puchheim

Mittelschüler bewerben sich im Schnellverfahren

Bereits zum zweiten Mal hat im Puchheimer Jugendzentrum die Ausbildungsveranstaltung „VorOrt – Finde deine Ausbildung“ stattgefunden.

Puchheim –  Hier konnten sich 60 Schüler der Mittelschulen Eichenau und Puchheim 17 überwiegend regionalen Betrieben vorstellen und die Weichen für ein Praktikum oder – im Idealfall – für einen Ausbildungsplatz stellen.

Eine davon ist Melinda. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, sagt die 15-Jährige. Sie will im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. Heute will sie sich bei Vertretern der Stadt Puchheim als Verwaltungsfachangestellte vorstellen. Im Vorfeld konnten sich die Schüler schon auf Betriebe festlegen. In Bewerbungstrainings und Projektarbeiten haben die Neuntklässler den Ernstfall simuliert. „Ich bin gut vorbereitet“, sagt Melinda, die bereits Praktika in einer Apotheke und bei einem Zahnarzt gemacht hat. Dass es eine solche Veranstaltung inklusive einer Berufsberatung gibt, empfindet sie als „sehr hilfreich“.

Almedin (15) interessiert sich für Autos. Er hat schon einmal in den Beruf des Kfz-Mechatronikers hineingeschnuppert. An diesem Tag hat er sein erstes Bewerbungsgespräch schon hinter sich – bei Erwin Köck, der in München einen Fachbetrieb für Lackiererei und Karosserie leitet. „Ein sehr netter Mensch“, so der Eindruck von Almedin. Ihm wurde noch im Oktober ein Praktikumsplatz angeboten. Insgesamt drei kurze Gespräche hat Almedin an diesem Tag. Seine nächsten Stationen: Der Trockenbaubetrieb „TM Ausbau“ aus Puchheim, wo ihn Frank Hitzblech und Ute Schröder schon erwarten, und die Deutsche Bahn.

„Die Mittelschüler haben es oft schwerer auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Integrationsbeauftragte Verena Weyland. An der Mittelschule Puchheim seien es über 60 Prozent der Schüler, die einen Migrationshintergrund haben. Hier gelte es, Barrieren abzubauen.

Bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr haben lediglich zehn Schüler einen Praktikums- beziehungsweise Ausbildungsplatz bekommen. „Das liegt vor allem daran, dass wir die Veranstaltung zu spät angesetzt haben“, erklärt Florian Lux, Leiter des Jugendzentrums. Zu der Zeit hätten die meisten Betriebe ihre freien Stellen schon besetzt.

Die Betriebe wollen im Rahmen der Ausbildungsveranstaltung die Chance nutzen, neue Nachwuchskräfte anzuwerben, sagt Erwin Köck, bei dem sich Almedin vorgestellt hatte. Gerade der Handwerkssektor durchlaufe seit geraumer Zeit eine schwierige Phase. „Keiner erlernt mehr einen Handwerksberuf.“ Eine solche Veranstaltung sei goldwert.

Dass allerdings ein Kurzpraktikum ausreicht, um beurteilen zu können, ob sich ein Praktikant dauerhaft für den Beruf eignet und diesen auch gerne macht, bezweifelt Köck aufgrund seiner bisherigen Erfahrung. „Da kann man höchstens auf Standards wie Pünktlichkeit und Absagen im Krankheitsfall schauen“, so Köck, der hofft, dass der Handwerksberuf eine Renaissance erfährt. Und wer weiß: Vielleicht startet Almedin schon bald in seinem Betrieb durch.    

SEBASTIAN ÖL

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