Besonders genoss Georg Sollinger die Jagdausflüge in die Berge, die er mit Freunden unternahm. Repro: os
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Besonders genoss Georg Sollinger die Jagdausflüge in die Berge, die er mit Freunden unternahm.

Nachruf

Abschied von einem begeisterten Sänger und Jäger

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Die Liedertafel Günzlhofen ist untrennbar mit dem Namen Hermann Well verbunden. Doch der Erfolg des Chores war nicht nur dem prominenten Dirigenten zu verdanken. Es gab auch diejenigen, die im Hintergrund die Vorstandsarbeit leisteten, oft über Jahrzehnte. Zu ihnen gehörte Georg Sollinger.

Längenmoos – Der heutige Vorsitzende Innozenz Näßl sagt über ihn :„Er war die Liedertafel.“

Wenn es um seine Sänger ging, war „dem Schorsch“, wie ihn alle nannten, keine Minute zu schade und keine Anstrengung zu viel. Als Hermann Well die Liedertafel übernahm und die bis dato von ihm geleiteten Formationen Kirchenchor und Singschar mitbrachte, gehörte Georg Sollinger bereits dem Vorstand an. 1976 übernahm er den Posten des Vorsitzenden. 27 Jahre lang stand er an der Spitze des umtriebigen Vereins mit seinem gut gefüllten Jahreskalender aus Freundschaftssingen, Sängertreffen, Kreissingen, Auftritten bei Hochzeiten, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern, Ausflügen, Versammlungen und Festen.

Das Singen war nicht Georg Sollingers einzige Leidenschaft. Der 1935 geborene Landwirt, der schon in jungen Jahren Verantwortung auf dem elterlichen Hof übernahm, war auch ein begeisterter Jäger. Bis zu seinem Tod war er Pächter des Günzlhofener Jagdreviers, lange engagierte er sich als Vorsitzender der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands (BJV) und war als Mitglied im Prüfungsausschuss der Regierung von Oberbayern mit dafür zuständig, Jägerprüfungen abzunehmen. Besonders genoss er die Jagdausflüge in die Berge, die er mit Freunden unternahm.

Geprägt war das Leben des Familienvaters durch seinen starken Glauben und eine tiefe Verwurzelung in der Kirche. Viele Jahre war er als Kirchenpfleger tätig und gehörte der Kirchenverwaltung an. Solange es seine Gesundheit erlaubte, ging er jedes Jahr auf die Fußwallfahrt nach Andechs. Ein besonderer Höhepunkt war für ihn, als seine Liedertafel zur Feier der 850-Jahre-Jubiläumswallfahrt in der Klosterkirche eine siebenstimmige Messe singen durfte. Doch auch ohne besondere Ereignisse lebte Georg Sollinger seinen Glauben ganz selbstverständlich im Alltag. Im Auto hatte er stets ein Päckchen Kerzen dabei, um jederzeit an seinem Feldkreuz und in Grotten ein Licht entzünden zu können.

Zuletzt musste der Ehrenvorsitzende der Liedertafel und des BJV-Kreisverbands immer wieder gesundheitliche Rückschläge verkraften. Doch jedes Mal rappelte er sich wieder auf. Kraft tankte er in der Natur und bei seinen Blumen, die in Haus und Garten nie fehlen durften.

Das Ende kam ganz leise und für die Familie völlig überraschend. Georg Sollinger wachte eines Tages aus seinem Mittagsschlaf nicht mehr auf. Er wurde 86 Jahre alt.

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