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Zum anstehenden 120-jährigen Jubiläum machte sich eine große Gruppe der Vogacher Glonn-Au-Schützen zu einer Wallfahrt nach Andechs auf.

Jubiläum

Als die Schützen durchs Ofenrohr zielten

Die Schützengesellschaft Glonn-Au Vogach kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Mit der Zeit hat sie sich zunehmend modernisiert. Und ist seit 120 Jahren nun schon fester Bestandteil des kleinen Ortes.

Vogach – Die Geschichte der Schützengesellschaft beginnt noch im 19. Jahrhundert. 1898 fanden sich 15 Männer aus Vogach und Umgebung unter Führung des 1. Schützenmeisters Martin Laucher zur Schützengesellschaft Glonn-Au Vogach zusammen. In der Dorfwirtschaft Bader brachten sie ihre ersten Zielscheiben an und hielten das Vereinsleben erst einmal bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs aufrecht. Die Dorfwirtschaft gibt es bereits seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Doch die Schützen halten sich bis heute.

Seither hat sich bei ihnen allerdings so Manches verändert. „Wir haben uns über die Zeit immer weiter professionalisiert“, meint der Schützenmeister Markus Plabst rückblickend. Das zeigt sich zum Beispiel an den Schießstätten. Um den Wirtsraum der Gaststätte vor umherfliegenden Kugeln zu schützen, wurde bis Ende der 1960er-Jahre durch ein zehn Meter langes Ofenrohr mit etwa einem halben Meter Durchmesser geschossen. „Heute völlig undenkbar“, stellt der 28-Jährige lachend fest, allein schon wegen der geltenden strengen Vorschriften.

Am neuen Standort in der Gastwirtschaft Giggenbach in Baindlkirch bauten die Vereinsmitglieder 1969 eine moderne Schießstätte, inzwischen ist sie sogar mit einer elektrischen Scheibeneinzuganlage ausgestattet und genügt höchsten Ansprüchen.

Auch die Vereinstrukturen festigten sich über die Jahre immer weiter. 1985 kreierten die Vogacher ein Vereinswappen und schafften eine Vereinsfahne an, die bei der Jubiläumsfeier drei Jahre später auch geweiht wurde. Ein Fest, das damals 2000 Gäste und 60 Vereine in einem Festzelt versammelte und bis heute einen „Höhepunkt der Vereinsgeschichte“ ausmacht, erklärt Schützenmeister Markus Plabst.

In Vereinstracht nach Andechs gewandert

Überhaupt stellt er den gesellschaftlichen Wert des Vereins heraus: „Natürlich sind wir auch sportlich ambitioniert, aber das Gesellige ist eigentlich wichtiger“. In dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Mittelstetten bilden die Schützen den einzigen Verein, fast jeder sei Mitglied. „Wir sind mit dem Ort hier eng verbunden“, freut sich Plabst, der seit 2016 Schützenmeister ist. Der Verein stellt alle zwei Jahre den örtlichen Maibaum auf und veranstaltet jährlich eine Radltour. Ende Mai brachen 38 Mitglieder in Vereinstracht auf eine Jubiläums-Wallfahrt ins Kloster Andechs auf – für das Dorf ein einmaliges Ereignis.

Auch das Johannifest wird von den Schützen ausgerichtet. Am Sonntag, 24. Juni, soll die lange Geschichte des Vereins mit einem Freiluftgottesdienst und einer Fahnenband-Weihe gebührend gefeiert werden. Wenn dazu alle der über knapp über 100 Vereinsmitglieder kommen, ist auch der Ort vollzählig angetreten.

Gabriel Kroher

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