Leonhard Bachmeir ist mit 81 Jahren friedlich eingeschlafen.   

Nachruf

Der bescheidene Schreiner von Mittelstetten

 „Schreinermeister von Mittelstetten“ stand bei Leonhard Bachmeirs Beerdigung unter seinem Sterbebild. Womöglich wäre ihm das schon zu viel gewesen – er selbst sah sich immer nur als „der Schreiner“ und ließ den Meistertitel bescheiden unter den Tisch fallen. „Mein Vater hat sich nie in den Vordergrund gestellt“, erzählt sein Sohn Leonhard Bachmeir jun. „Er war eher einer, der im Hintergrund aktiv war.“

Mittelstetten – Aktiv war er auf mehreren Gebieten – beruflich in seinem Schreinerbetrieb, ehrenamtlich bei der Feuerwehr und in der Pfarrgemeinde. Den Betrieb übernahm er 1973 nach dem frühen Tod seines Vaters, der neben der Schreinerei auch noch eine Wagnerei und eine kleine Landwirtschaft besaß. 45 Jahre lang leistete Leonhard Bachmeir als Maschinist freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr – ein Engagement, für das ihn die Wehr 2006 zum Ehrenmitglied erhob.

Ebenso intensiv brachte sich der Vater von drei Kindern in den Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung seines Heimatortes ein. Als Kirchenpfleger von St. Silvester betreute er unter anderem die Übergabe des kirchlichen Friedhofs an die Gemeinde. „Das war relativ schwierig. Es mussten eine neue Satzung aufgestellt und neue Grabgebühren berechnet werden“, erinnert sich der Sohn, der nicht nur den Namen seines Vaters trägt, sondern auch den Betrieb und die Ehrenämter weiterführt.

Die Kraft für seine vielen Aufgaben holte Leonhard Bachmeir aus seinem Glauben und einer tiefen Marienverehrung. Gemeinsam mit seiner Frau Rosina, mit der er fast 57 Jahre verheiratet war, unternahm er etliche Busreisen nach Lourdes und brachte „kanisterweise“ das berühmte Heilwasser mit, wie sein Sohn sich erinnert. Plagten den Vater irgendwo Schmerzen, brachte das Wasser Linderung. Auch in der näheren und weiteren Umgebung war Leonhard Bachmeir mit allen Marien-Wallfahrtsorten vertraut und machte sich mindestens zweimal im Jahr zu einem von ihnen auf.

Sein Lebensinhalt blieben bis zum Schluss die Schreinerei und sein eigener Wald, in dem er ein selbst gemachtes Flurkreuz errichtete. Dass dort nun sein Sterbebild hängt, hätte ihm sicher gefallen.

Obwohl die letzten Monate für den 81-Jährigen immer beschwerlicher wurden, konnte er bis zuletzt zu Hause leben und das Zusammensein mit seiner Frau, seinem Sohn, seinen zwei Töchtern und den sechs Enkelkindern genießen. Im Kreise der Familie schlief der Schreiner von Mittelstetten friedlich ein. Ulrike Osman

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