Was hinter den grünen Schildern steckt (hier ein Beispiel aus dem unterfränkischen Landkreis Miltenberg, daher das Kürzel „MIL“, im Landkreis würde es „FFB“ heißen), wurde nun in Mittelstetten erklärt. tb-Foto: Martin Kolbe

Rettungstreffpunkt

Das bezwecken die grünen Schilder im Wald

Mittelstetten – Spaziergängern sind sie schon aufgefallen: Die grünen Schilder mit vier stilisierten Menschen und vier Pfeilen, die einen Rettungstreffpunkt anzeigen. Im Staatsforst gibt es sie schon länger, jetzt sind sie auch in Privatwäldern angekommen. Was dahinter steckt, das wurde in Mittelstetten erklärt.

 Seit diesem Frühjahr sind meist an Forststraßen, gelegentlich auch an Ortsrändern, mehr als 50 Exemplare dieser Schilder landkreisweit in der Nähe von Privatwäldern aufgebaut worden. Wer hier von wem und vor was gerettet werden soll, ist bislang allerdings noch nicht allgemein bekannt geworden. In Mittelstetten klärte jetzt Bürgermeister Andreas Spörl (CSU) die Gemeinderatskollegen über Sinn und Zweck der Beschilderung auf.

Initiiert wurde das Schildernetz von der Bayerischen Forstverwaltung. Denn immer noch kommt es jährlich zu tausenden von Unfällen bei der Waldarbeit und die Unfallorte sind einerseits meist schwer anfahrbar für Fahrzeuge ohne Allrad-Antriebe und andererseits schwer zu beschreiben: „Am dritten Baum links und nach dem zweiten Kiesweg rechts“ ist eine ziemlich ungefähre Ortsangabe. Darum sind feste Kontaktpunkte von Vorteil, an denen sich Unfallmelder und die per Notruf verständigten Rettungskräfte treffen können. Der Lotse bringt die Sanitäter dann zum Verletzten. Im Idealfall mit dem Sanka oder wenigstens im Jeep, falls Gelände und Witterung es zulassen, anderenfalls noch ein Stück zu Fuß.

Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn der zu Schaden gekommene Waldarbeiter nicht alleine war, aber für kurze Zeit alleine gelassen werden kann. Nutzbar ist das System natürlich auch für jede andere Art von Outdoor-Unfällen, nicht nur für die bei der Holzernte.

Das System entstand schon in den 1990er-Jahren im Staatsforst, wurde aber kaum im Privatwald angewendet. Damals spielte noch der schnellste Weg zu einem (Festnetz-)Telefon eine Rolle, weshalb manche Treffpunkte bis heute mitten in Ortschaften liegen. Die Standort-Übermittlung per Handy hält die Forstverwaltung angesichts der unterschiedlichen verwendbaren Koordinatensysteme für nicht ausreichend zuverlässig. Und außerdem: „Fragen Sie mal die Leute, ob die das auf die Schnelle finden könnten“, heißt es aus dem Brucker Forstamt.

In Mittelstetten wurden inzwischen vier Rettungstreffpunkte eingerichtet: Nördlich des Hauptorts an der Abzweigung des Burgholzwegs, am südlichen Ortseingang von Vogach, am Waldrand nahe der Abzweigung von der B 2 nach Mittelstetten und in der Ortsmitte von Oberdorf. Landkreisweit stehen die meisten der grünen Treffpunkt-Schilder im waldreichen Süden und Südwesten, es gibt aber auch welche an den Stadträndern von Germering. Nur für die fünf Standorte in Egenhofen fehlt es noch an geeigneten Plätzen. (op)

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